The Outsider

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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon Langoliers » Di 31.Jul.2018 13:32

hab mir die englische ausgabe geholt gestern und bin grad auf seite 171. bin bis jetzt echt begeistert.
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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon Vermis » Fr 07.Sep.2018 16:31

Ich sage kurz ohne Spoiler: Für mich Kings bester Roman seit Revival, aber definitiv kein Meisterwerk. Startet ziemlich stark und schwacht dann ab, als würde man die Luft aus einem Luftballon drücken. Outsider ist ebenfalls ein Krimi der sich anders entwickelt als man anfangs denkt. Keine Sorge, er wird nicht zu kompletten Schlock wie Mind Control.


Und jetzt meine Rezi aus dem Wiki. VORSICHT SPOILER SPOILER SPOILER !!!



''The Außenseiter'' ist der vierte Roman in der Holly Gibney Trilogie. Eigentlich hatte ich mich nicht besonders auf dieses Buch gefreut: Ich mag die Hodges-Trilogie ganz gern, brauche aber definitiv nie wieder halbgare, schlockige Krimi-Versuche, bei denen King es nicht schafft seine schlecht konstruierten Handlungen durch sein sonst Vorhandenes erzählerisches Können zu verschleiern. Und nach dem Rohrkrepierer ''Sleeping Beauties'' hat sich mein letztes bisschen Neugierde und Vorfreude auch verflüchtig. Nun habe ich den ''Outsider'' gelesen und das unwahrscheinliche ist passiert. Das Buch hat mir gefallen! Gehen wir etwas ins Detail.

"Literarischer Restauflauf"

Stark trifft Desperation trifft die Mr. Mercedes Trilogie. Hat King sich früher noch an den Werken von anderen Autoren bedient, pflückt er sich jetzt fröhlich Elemente aus seinen eigenen Büchern und verarbeitet sie erneut. ABER! Wenn es anders genug und vor allem unterhaltsam ist, ist es für mich eigentlich okay. Beim ''Outsider'' funktioniert es gerade noch so.

Die ersten rund 70 Prozent sind definitiv das beste am Buch, wenn auch schon aus ''Stark" bekannt. Ich wusste zwar schon im Voraus, dass die Auflösung übernatürlich sein würde, trotzdem hat mich die Story bei Laune gehalten. Dann kam Holly.

Okay, ich denke ich kann jetzt sagen, dass ich diesen Charakter irgendwo mag, wenn es auch vier Bücher gedauert hat, damit ich es zugebe. Wenn man sie nicht mag, wird sie einem das Buch wohl versauen, aber selbst wenn man sie mag, stört ihr Einzug in die Story. Ich war tatsächlich gespannt, wie Ralph Anderson sich entwickelt, wie er weiter vorgeht, wie er das Übernatürliche akzeptieren muss. Gut, das alles ist zwar vorhanden, aber Holly wird zum Hauptcharakter und verdrängt Ralph, was mich einfach stört. Kurz nach ihrem Einbezug verwandelt sich der Rest des Romans zu einer Kopie von ''Desperation'' und Recycelt das Ende von ''Mr. Mercedes''.

Wieso ich diese Geschichte tatsächlich mehr mag als die Hodges Trilogie liegt wohl am Antagonisten. Wir erfahren nicht viel über den Outsider und das ist auch gut so! Nach drei Krimis in denen wir Leser alles erfahren, wer der Böse ist, was er tat, was er tun wird, war es so erfrischend endlich wieder das Unbekannte als Bösewicht zu haben. Der Outsider gefällt mir eigentlich schon als Charakter, eben weil er so wenig "Screentime" zugestanden bekommt. Ich mag die Sache mit der Folklegende die ihn umgibt. Aber nur die Legende an sich, nicht diesen dämlichen Film, oder der Name den sie ihm geben. "El Cuco" reiht sich mit Pazuzu, dem Babadook und Konsorten in eine Reihe von seltendämlichen, albernen Dämonennamen, die den Bösen eher ins Lächerliche ziehen.

Gefallen hat mir übrigens, dass King endlich wieder etwas brutaler wurde. Er zerstört im Verlauf des Buches zwei glückliche Familien, lässt am ende zumindest ein paar der Good Guys draufgehen und beschreibt die verstümmelte Leiche des Jungen kurz aber intensiv. Nach der Young-Adult-Roman Stimmung seiner letzten Krimis ging es hier zumindest etwas härter zu.

Also ja, sehr gute, unterhaltende 70 Prozent, danach ist es zwar immer noch unterhaltsam, aber schwächer. Das wäre eigentlich meine Rezension. Ein gutes Buch, anfangs sehr spannend, tatsächlich manchmal ein wenig beängstigend (die Vorstellung von einem Gesichtsdieb der dafür sorgt, das Unschuldige leiden müssen ist zwar nicht neu, hat für mich aber noch seinen Reiz). Ich würde sagen, das ist Kings bester Roman seit 'Revival, auch wenn ihn das nicht zu einem Meisterwerk macht. Aber solide, spannende Unterhaltung. 4 / 5 Punkten.

Zu einem Punkt muss ich mich aber noch äußern.

"Was haben alle gegen Speck?"

Ich bin nicht jemand, der sich einfach so über die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche beschwert, weder in Filmsynchronisation, noch in Büchern, aber junge, junge, was unsere lieben Heynis hier geschafft haben...

Fangen wir beim Titel an. Warum? Warum wird Outsider als Titel und als Bezeichnung für das Wesen im Buch stehen gelassen, anstatt es einfach zu Außenseiter zu übersetzten. Was ist an dem Wort Außenseiter denn bitte so schlecht? Nicht genug Pepp und Shazam für einen Titel, der den Durchschnittsleser ansprechen soll? Warum auch noch "DER Outsider", was zehnmal dämlicher klingt?

Und dann kommen wir zum Essen. Sicher sind Deutsch und Englisch in unserer heutigen Zeit nicht mehr auseinander zu bekommen, aber ich habe in meinem Leben noch keinen Deutschen erlebt, der ''Bacon'' anstelle von Speck sagt. Gut, spätestens seit Duddits muss der deutsche Speck es erdulden so genannt zu werden, aber wenn dann in diesem Buch zwei, in Zahlen 2! Stellen kommen, in denen steht:

"In dem Restaurant gab es warmen, duftenden Apfel Pie"

Dann haut mich das raus. Dieses Genörgel hat zwar mit dem Buch an sich nicht zu tun und fließt auch nicht in meine Bewertung, aber Himmel Herrgott, die werten Damen und Herren bei Heyne sollten Speck Speck und Kuchen Kuchen lassen sein!
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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon Catalano » Mi 31.Okt.2018 18:29

Hatte mir nach langer Zeit mal wieder ein Buch gekauft, und zwar Outsider.

Hey Leute, mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich noch SK Fan bin. Der Typ schockiert mich geradezu mit seinen letzten Romanen, vor allem mit Outsider.

Habe das Buch gerade bis knapp etwas über die Hälfte gelesen, und es langweilt mich dermaßen, dass ich tatsächlich nach ein paar Seiten ständig einschlafe (ist mir beim Lesen noch nie passiert).

Hatte SK nicht mal selbst immer wieder betont, dass man unwichtiges Zeug aus Geschichten weglassen soll?

Und die ganze erste Hälfte des Buches Outsider ist eine zähe, langweilige Detail-Laberei über uninteressantes Zeug.
Jetzt, bei knapp der Hälfte des Buches, beginnt so langsam das übliche, paranormale Gefasel, für das SK bekannt ist. Aber irgendwie zieht das nicht mehr.
Sogar sein Erzähl-Stil hat sich geändert:
Früher wusste er auch den größten Schund in gute Sätze zu verpacken.
Aber hier, bei Outsider, nur stumpfe Runterratterei.

Hatte SK nicht mal selbst betont, dass die Charaktere in Romanen so natürlich wie im realen Leben sprechen sollen?

Und bei ihn wirken die Charaktere (und das, was sie sagen, und wie sie sich verhalten), wiedermal wie aus billigen, theatralischen US TV Spielfilmen. Total unrealistisch.
Seit Mr. Mercedes habe ich das Gefühl, irgendwelche Tele5 Krimis aus den 90er Jahren zu lesen.

Und warum kann SK nicht endlich mal seine alten Marotten ablegen?
Immer wieder geht es um Baseball.
Immer wieder Phrasen über irgendwelche alten Rockbands.
Und immer wieder dieses dämliche "....er zog sein Handy vom Gürtel..." .
Wer zum Teufel trägt heutzutage noch sein Handy am Gürtel? (außer SK selbst, der irgendwie scheinbar voll in der Vergangenheit zurückgeblieben ist)

Vor allem dieses Handy am Gürtel regt mich immer total auf.

Ich bin irgendwie froh, wenn ich das Buch bald durchhabe.
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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon blaine the ogo » Mi 31.Okt.2018 22:06

Vor allem dieses Handy am Gürtel regt mich immer total auf.


Kannst du mal eine oder zwei Stellen etwas genauer angeben, zB Kapitel xy ca in der Mitte...
Würde gerne nachschauen wie es im Original ist, kann mich nicht mehr erinnern.

Dass das Buch sehr schwach ist, dem kann ich nur zustimmen. Daher war ich froh, die günstigere englische Ausgabe geholt zu haben.

Ich würde aber nicht generell sagen, dass KIng nun schlechter ist als damals. Sleeping Beauties oder Revival fand ich grandios, nur um zwei aktuelle Beispiele zu nennen.
:lernen:
ebook: Cronin - Passage Trilogy
Papier: ...

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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon Catalano » Do 01.Nov.2018 14:20

Ich weiß nicht mehr, an welchen Stellen das mit dem Handy am Gürtel vorkommt, aber es sind schon ein paar Mal in dem Buch. Und auch in anderen Gesichten kommt das immer wieder vor.

Was ich damit sagen will: damals, als Ende der 90er die Handy noch dick und klobig waren, trugen tatsächlich viele Leute ihre Handys am Gürtel.
Aber nachdem die Handys nach der Jahrtausendwende kleiner und leichter wurden, trug fast keiner mehr sein Handy am Gürtel.

Heute würde keiner mehr ein aktuelles Handy (viel zu klein und zu leicht), oder gar ein Smartphone am Gürtel tragen.
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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon Catalano » Fr 09.Nov.2018 20:16

Habe jetzt weitergelesen und bin immer mehr der Meinung, es muss ein "neuer Stephen King" her, der keine Möchtegernkrimis mehr schreibt und sich stattdessen Horrorschund widmet, und dieses gut verpackt.

Da das hier die Rezension-Rubrik ist, sind Spoiler, wohl erlaubt (oder? Sonst hier einfach nicht weiter lesen).

Erstmal habe ich einige Fehler in der Story gefunden:

Zweimal wird Ralphs Frau plötzlich als Marcy benannt (obwohl Ralphs Frau Jeanie heißt, oder so ähnlich).
Dann trägt Holly ein Hosenanzug und zieht kurze Zeit später aber einen Rock auf Toilette hoch.
Dann gab es da noch einen anderen Patzer, an den ich mich aber nicht mehr erinnere.

Ich erinnere mich an Stephen Kings Mott: "Kill your darlings".
Heißt also, die eigenen Lieblingsfiguren bei Seite zu lassen, weil sie den Leser nicht interessieren.
Und SK macht genau das Gegenteil von dem, was er selber als Ratschlag gibt.

Er hat einen Narren an seiner Holley Gibney gefressen und setzt sie jetzt wieder ein.

Und ich konnte die schon damals nicht ab.

Ich bin mir hundert pro sicher, dass SK etwas mit einem Groupie am laufen hat, der Holley Gibney ähnelte.

Zum Roman Outsider:

Das verhalten der Leute ist derart unrealistisch, dass es für mich kaum lesbar ist.
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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon Catalano » So 11.Nov.2018 11:02

Ach ja, mir fällt der dritte Patzer wieder ein:

Jack Hoskins wird anfangs als schmächtig (oder hager) beschrieben. Und an anderer Stelle ist er plötzlich fett und übergewichtig.
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Re: The Outsider (2018)

Beitragvon Catalano » Sa 17.Nov.2018 17:31

Habe das Buch jetzt endlich durch. Boah....was für ein Mist.
Ich frage mich echt, wie so ein berühmter, Milliardenschwerer Autor mit so einem Kram weiteres Geld verdienen kann.

Die ganze Story war einfach nur lahm, langweilig, durchschaubar und schlecht geschrieben.

Am Anfang so viel Hickhack und scheinbar seltsame Hinweise, die sich später einfach im Sande verlaufen. Zum Schluss geht die Story relativ schnell und albern zu ende.
Auch unrealistisch, dass die Protagonisten scheinbar ohne wirkliche Hinweise immer auf des Rätsels Lösung kommen. Einfach so aus heiterem Himmel.

Von dem Outsider als Figur bekommt man eigentlich so gut wie nichts mit. Außer auf ein, zwei Seiten ganz zum Schluss.

Ich hätte mir die 22 Euro für das Buch sparen sollen.
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