Was macht einen echten King-Fan aus

Alles um King das sonst nirgendwo reinpasst

Moderator: Schnie

Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon Donna Trenton » Sa 09.Mai.2015 18:11

Was macht in Euren Augen einen echten Stephen-King-Fan aus? Wann überschreitet man die Schwelle vom Leser zum Fan?
Diese Frage stellt sich mir schon länger - auch im Freundeskreis - und ich glaube, dass die Antworten sehr unterschiedlich ausfallen können und deshalb jede Menge Potential für Diskussionsstoff haben.
Was sollte man als echter King-Fan mit sich bringen? Reicht es Eurer Meinung nach, einen, zwei oder drei Romane gelesen zu haben oder wieviele Bücher sollte man mindestens kennen? "Darf" jemand sich als Fan bezeichnen, der nur ein paar Kurzgeschichten vom Meister gelesen hat?
Braucht man Sammlereditionen, FanArt und/oder Sonderausgaben oder muss man bloß die Klassiker wie "Es", "The Stand" oder "Shining" gelesen haben? Oder muss man vielleicht zwingend hier im Forum angemeldet sein, um als "echter Fan" zu gelten?
Also, zurück zur Ausgangsfrage: Was macht in Euren Augen einen echten King-Fan aus?
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon blaine the ogo » Sa 09.Mai.2015 21:27

Ich habe viele Bücher von Barker, Ketchum, Saul usw. gelesen. Ich bin nur ein Leser geblieben.
Bei King bin ich Leser und Fan zugleich. Das hat Gründe. Das hat sich irgendwann entwickelt, einfach so. Bin vielleicht noch nicht verrückt oder besessen, würde mich aber schon im oberen Bereich der Intensität des Fan-Seins einordnen.

Ein Fan zu sein, hat weniger mit Grösse der Sammlung zu tun.
Vielleicht hat derjenige mit der grösseren/wertvolleren Sammlung einfach nur mehr Geld zur Verfügung...
Das anlegen einer Sammlung gehört dazu, das stimmt, ist aber imho nur nebenbei ein Kriterium. Man kann auch alles von King gelesen haben und kein Buch besitzen, weil man in der grossen Stadt einen guten Zugang zur Büchereien hat.

Ein Fan zu sein ist eine Lebensart, eine Lebenseinstellung.
Dazu gehören u.a.

Ein Teil der Freizeit wird investiert um wie im Fall King mehr als nur ein paar Bücher zu lesen, Verfilmungen zu schauen, einiges davon mehrmals.
Man erzählt oft im Bekanntenkreis über sein Hobby bzw. seinen Idol.
Man verteidigt seinen Idol gegen Vorwürfe der "Unwissenden".
Man versucht zu "missionieren" und zu "bekehren". Manchmal nur durch Lesetipps, manchmal durch penetrantes belästigen.
Man trägt schon mal Kleidungsstücke mit entsprechenden Motiven, kauft mal Dekogegenstände, Sammelzeugs, Merchandising.
Man sucht nach Reportagen, Zeitungsartikeln.
Man fährt schon mal weit weg, oder noch weiter, weil dort was stattfindet.
Man diskutiert in Foren und Facebookgruppen, hat das Bedürfnis Gleichgesinnte zu treffen. Erst online, dann real.
Man sticht sich ein Tattoo. Oder mehrere. ;-)

Je nach dem wie die o.g. Punkte ausgeprägt sind, bzw. wie viele davon zutreffen, kann man dann von Fan, grossen bzw. echten Fan, Power-Fan, Verückten und Besessenen sprechen. Die Grenzen sind fliessend, da gibt es viel Spielraum für Abstufungen. Da gibt es auch viele andere zutreffende Begriffe...
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon bigben » Sa 09.Mai.2015 22:02

Deine Punkte hören sich mehr nach FANatiker an Blaine. :)
Jeder der gerne Stephen King liest ist irgendwo schon ein Fan. Darum geht es doch.
Ich finde dazu braucht es keine Forum-Mitgliedschaft, Fan-Shirt's oder Poster an der Wand.
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon blaine the ogo » Sa 09.Mai.2015 22:23

Jepp, FAnatiker habe ich in meiner Auflistung vergessen.
Aber so Fanatisch sind viele der genannten Punkte gar nicht.

bigben hat geschrieben:Jeder der gerne Stephen King liest ist irgendwo schon ein Fan. Darum geht es doch.


Das sehe ich anders.
Wie gesagt - ich habe mit viel Freude alle Bücher gelesen, die John Saul, James Herbert, Richard MAtheson, Harlan Ellison, Jack Katchum uva geschrieben haben. Ich mochte die Bücher, habe auch deswegen alles gelesen, was die Autoren geschrieben haben. Ein Fan bin ich trotzdem nicht geworden. Ein Vielleser vielleicht. Heisst es im englisch "constant Reader"? Auch von vielen anderen Autoren las ich die gesamten Werke, ich tat es gerne, ohne Fan zu werden. Der Funke sprang nicht über. Wirklich tolle Bücher, aber das war es auch. Wenn man dann aber mehr verspürt, enthusiastisch wird und reagiert, dann fängt das mit dem Fan sein an.

Für mich sind die Aussagen "ich lese gerne King" und "ich bin ein Fan von King" zwei verschiedene - auch wenn nicht ganz widersprüchlich.

Mir fällt da noch ein Vegetarier Witz ein, den ich vor einigen Tagen hörte :idea:

Woran erkennst Du einen Vegetarier?
Ganz einfach, er sagt es Dir...


Irgendwie ist es auf den Fan übertragbar...
Auch hier heisst es ja sehr oft: "... er sagt (bzw. zeigt) es..."
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon bigben » So 10.Mai.2015 08:00

... dann bin ich wohl nach deinem Maßstab wohl eher kein Fan.
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon blaine the ogo » So 10.Mai.2015 09:02

... dann bin ich wohl nach deinem Maßstab wohl eher kein Fan.


Bei Dir zählt ja nicht was ich empfinde sondern was Du empfindest :idea: :-P

Und wenn Du das Gefühl hast, ein Fan zu sein, weil... (Platz für eine Begründung) - dann ist es auch so.

Ich will ja die anderen Ansichten nicht schlecht reden...
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon Walter_Brennan » So 10.Mai.2015 09:32

Müsste man nicht unterscheiden zwischen King-Fan und Fan von King-Stories ?
Auf mich trifft wohl das Zweite zu. An der Person "Stephen King" bin ich gar nicht so interessiert. Ich habe zwar alle Romane/KG-Sammlungen die in Deutsch gedruckt erschienen sind, aber "Dans Macabre" & "Das Lesen und schreiben" nicht - interessiert mich auch eher nicht... :?
Auch was der Mensch so privat treibt ist seine Sache. Nicht mein Problem oder etwas, woran ich teilhaben will. Kein Autogramm kein Merchandising-Kram.
Und ganz sicher lass ich mich nicht in den Arm piksen :shock: auch wenn's toll aussieht. :nice:
Zuerst bin ich also LESER und als solcher FAN der King-Stories ! Ähnlich wie bei blaine the ogo habe ich viele verschiedene Autoren im Regal an deren Werken ich interessiert bin. An manchen mehr (z.B. Pratchett, Barker), bei anderen habe ich nur mal reingeschnuppert (z.B. Lovecraft)
Aber die King-Geschichten habe es mir angetan und ich beschäftige mich damit häufig und mehr, als es das reine Lesen eigentlich erfordern würde.
Wie sehen meine Bücher aus? deutsch, HC, und alle geöffnet - keine OVP mehr. Ich hüte sie sehr gut und bin momentan dabei, für alle Schuber herzustellen.
Auch das Forum ist Teil dieses Fan-seins für mich. Das einzige Forum in dem ich aktiv bin. Bei anderen Sites lese ich zwar dann und wann mit, aber dort engagiere ich mich nicht.

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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon blaine the ogo » So 10.Mai.2015 09:38

Walter_Brennan hat geschrieben:Aber die King-Geschichten habe es mir angetan und ich beschäftige mich damit häufig und mehr, als es das reine Lesen eigentlich erfordern würde.
W_B


Sehr schön formuliert ;-)
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon AQ2 » So 10.Mai.2015 11:26

Also ich bin Stephen King Fan, weil mir seine Bücher total gefallen. Auch wie er so lebt interessiert mich schon, zwar nur so am Rande weil da nicht so viel Preisgegeben wird ist es doch interressant. Für mich ist er mein einziger Lieblingsschriftsteller, weil ich bin seit dem ersten Buch total gefesselt und seine Verfilmungen haben es mir auch angetan. Ich versuche jeden Schnipsel wo über King geschrieben wird :) zu sammeln. Aber so Sammlerobjekte von seinen Büchern die mehrere Euro kosten würden mich schon auch interessieren aber ich kann leider kein Englisch und das interessiert mich dann nicht so. Mah hat mir mal nahegelegt die Sachbücher zb. Die Welt des Stephen King, Das Stephen King Buch, Stephen King Leben und Werk und Angst Pur auch zu lesen. Die habe ich gelesen und noch paar andere. Und als ich die gelesen habe habe ich so vieles gut verstanden über Stephen King. Für mich wird er immer der einzige Schriftsteller sein der zwar mit den Büchern sehr nahe einem kommt weil in den älteren oder auch neueren er ja auch von sich bischen was verarbeitet und zweitens ist er doch unnahbar für den Fan der ihm vielleicht ihm mal die Hand schütteln möchte. Das beste für mich als Fan, war wie ich ihn in München gesehen habe wie er dort war. Das war ein tolles und schönes Erlebniss, auch wenn es nur für paar Stunden gewesen ist. Jeder definiert Fan sein auf seine Art und weise. Und das ist doch super und im großen und ganzen ist es doch toll zu sehen wie Stephen King oder sei es ein anderes Objekt für nen Fan die Leute so zusammenbringt.
Wünsche allen Stephen King Fans noch einen schönen Tag.

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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon markus1983 » So 10.Mai.2015 13:39

ich probiere zu leben wie Stephen King od. Phil heath
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon Tiberius » Do 31.Mär.2016 19:17

So, bevor der Thread sein einjähriges feiert, meine zwei Cent zu dem Thema, weil es mich selbst sehr interessiert.

Die Ursprungsfrage ist ja, was macht einen echten King-Fan aus? Beziehungsweise, wer ist eigentlich ein echter King-Fan?

In meinen Augen gibt es verschiedene Stufen von Menschen, die eine Meinung zu Stephen King haben.

Zum einen die große Menge, die Stephen King verabscheut, weil er ja immer so gruselige Geschichten schreibt und fiese Filme dreht. Ich glaube, die schließen wir ganz schnell von der King-Fan-Liste aus, richtig? Vor allem die Untergruppe, die nicht hören will, was er mit The Green Mile und Die Verurteilten zu tun hatte, irgendwo schwirrt immer noch ein The Shining (von Kubrick), Friedhof der Kuscheltiere oder Misery im Kopf rum.

Dann der große Teil, der Stephen King schonmal gehört hat und ihn aus dem gleichen Grund so toll findet, wie ihn die andere Gruppe verabscheut. Wegen dem Grusel, den sie bei 'Friedhof der Kuscheltiere', oder 'Misery' erlebt haben. Die Mehrheit davon - denke ich - bezeichnet sich vor allem als Horrorfans und hat schonmal was von King gehört. Auch davon gibt es eine Untergruppe. Diejenigen, die viele Kingverfilmungen gesehen haben und sich deshalb als Kingfan gern outen würden. Mein Problem hier ist, für mich haben die Adaptionen von Kings Werken nicht viel mit ihm selbst zu tun. Klar, wem sie gefallen, nur zu, aber ich finde es schwer, Kings wirkliches Schaffen ausschließlich auf diese Art zu begreifen.

So, dann gehen wir langsam zur Literatur über. Die Mehrheit der Heyne-Facebook-Gewinnspieler. Hat schon was von King gelesen, aber unter Umständen nur bei hellem Licht oder auch nur, wenn es die Bücher irgendwo billig gibt. Leser, die ihren Lesegeschmack entweder mit 'Alles querbeet', oder 'solange es spannend ist' kreativ beschreiben. Auch hier gibt es sicherlich Einige, die sich als Kingfans beschreiben. Allerdings auch hier in meinen Augen das gleiche Phänomen. Es gibt wohl nur wenige Werke von ihm, die seine gesamte Bandbreite fassen, die einen wirklich mit ihm auseinandersetzen. In diese nicht zu unterschätzende Gruppe fallen viele der Leser, die ich gern etwas ketzerisch als 'Konsumenten' bezeichnen würde. Diese Art gibt es allerdings auch in anderen Gruppierungen (bis auf die, die ich zuletzt beschreiben werde). Hier wird jede Information, die es zu Büchern gibt aufgesogen, aber Reaktionen gibt es nicht oder nur sehr wenig. Der Grund, warum beispielsweise Buchrezensionen bei uns auch sehr selten wirklich vorkommen. Sind das echte King-Fans? Viele haben das Potential, wenn sie motiviert werden, aber es ist schwer, den Schluss wirklich ziehen zu können.

Die nächste Gruppe ist die der Leser, die entweder alles gelesen hat, oder so gut wie alles, was man frei verfügbar bekommen kann. Angefixt durch einen Film in der Kindheit oder ein einzelnes Buch, wird alles gelesen, auch wenn es mitunter keine leichte Kost ist. Das ist für mich die Hauptmasse an King-Fans, die man am ehesten 'echt' nennen kann. Heißt das, dass man ausschließlich King lesen muss? Ganz und gar nicht. King selbst liest ja auch nicht nur Horror oder einen bestimmten Schriftsteller. Heißt es, dass man wirklich alles gelesen haben muss und die Mehrheit für toll befinden muss? Auch nicht unbedingt. Wichtig ist für mich eher, dass man Kings Bandbreite in Grundzügen versteht und das geht wahrscheinlich nicht, wenn man nur ein oder zwei Bücher von ihm gelesen hat. Versuche ich jemanden das Fantum abzusprechen, nur weil er Kings Grusel toll findet? Nee, das auch nicht, aber für mich gehört zu King eben auch noch etwas mehr als nur Splatter und Blutgespritze dazu.

Auch bei der Gruppe gibt es 'stille Fans'. Man glaubt wahrscheinlich gar nicht, wie viele Leser es da draußen gibt, die über viele Kingbücher verfügt, ihn extrem toll findet, aber seine oder ihre Meinungen nicht unbedingt in der Öffentlichkeit teilen wollen. Sind das keine echten King-Fans? Ich glaube doch. Und letztendlich ist es nur schade, dass man sich nicht den 'Schüchternen' austauschen kann. Ansonsten ist es ja kein großer Verlust.

Kommen wir zu den letzten beiden Kinggruppen. In meinen Augen sind das 'Aktive King-Fans', denn hier kommen wir von den reinen passiven Fans weg. Zum ersten, Fans, wie die Mehrheit der Vorposter und Forumsposter. Die sich aktiv austauschen wollen, die ihre Meinung kund tun - egal wie ausführlich oder knapp - die aktiv nach Informationen suchen. Die auch schonmal mit den vorangegangenen Gruppierungen aneinandergeraten. Wie es blaine the ogo oben beschrieben hat, geht das mitunter schon in Richtung 'Lebenseinstellung'. Wir sind hier in einer Splittergruppe angekommen. 'Wir' sind nur Wenige. Leser, die aktiv zugeben, Stephen King nicht nur gelesen zu haben, sondern Alles von ihm gelesen zu haben, die sich mit den Filmen auseinandergesetzt haben (egal ob positiv, oder negativ), die sich wirklich mit ihm auch über den Bücherrand hinaus beschäftigen. Die sich auch schonmal beim Heyne-Verlag über die grausigen Titel und die unkreativen Cover beschweren. Hier fallen als Untergruppe in meinen Augen auch die Sammler hinein. Also die, die sich Bücher mehrfach kaufen oder mit ihnen handeln, um an seltene Ausgaben zu kommen (obwohl ich zu dem Thema 'Sammlungen' noch eine ganz eigene Meinung habe). Ist diese kleine Gruppe Teil der 'echten King-Fans'? Aber ja. Obwohl ich meine Schwierigkeiten habe, wenn diese 'aktiven Fans' auf eher unbedarfte Leser stoßen und sie von oben herab behandeln. Andersherum geht das natürlich auch. In meinen Augen ist aber beides extrem verkehrt. Denn jeder sollte in genau dem Maß Lesen, schauen oder hören, wie er mag.

Oh, und zu guter letzt noch eine Minisplittergruppe. Denn egal, wie hardcore man unterwegs ist, die Mehrheit der 'Fans' ist Nutzer der Inhalte und Dinge. Damit will ich ausdrücken, die Mehrheit von uns sammelt die Bücher, liest sie, schreibt vielleicht Rezensionen, diskutiert, etc. pp. Aber es gibt nur ein paar Wenige, die zu 'Produzenten' werden. Die Fanseiten erstellen (und das schwierige daran, über Jahre oder Jahrzehnte am Leben erhalten), die aktiv daran arbeiten, dass jede der vorangegangenen Gruppen über Stephen King informiert oder sogar unterhalten wird. Die vielleicht selber Bücher mit Informationen zu Stephen King oder seinen Werken schreiben. Fans, die also selbst Inhalte herstellen und publizieren. Das kann nicht jeder. Im Gegenteil, es gibt nur Wenige die mit dieser Art der Verantwortung wirklich umgehen können und das auch zeitlich auf die Reihe bringen. Und es soll solche Fans geben, die Webseiten zum Dunklen Turm erstellen, aber keines seiner anderen Bücher gelesen haben. Sind das echte King-Fans?

So, in Kurzfassung, was will ich damit sagen: Es gibt wie bei so vielen Themen, Extreme, aber auch einen großen Bereich dazwischen. Es gibt viele Leser, die sich voller Inbrunst als King-Fans bezeichnen würden, bei denen ich persönlich aber so meine Schwierigkeiten haben würde. Genauso ein wahrscheinlich großer Teil, der still und passiv King toll findet, es aber nicht in die Welt hinausposaunt. In meinen Augen gibt es keinen Test, den jemand bestehen muss, um als King-Fan ausgezeichnet zu werden. Daher sehe ich auch keine all zu klare Abgrenzung zwischen 'echten' und 'unechten' Fans.

Ich persönlich betrachte mit als Fan mit mangelnden Alternativhobbies. Aber ich habe auch meinen Spaß damit, mit Nicht-Fans mich über das Thema Literatur zu unterhalten, und warum sie zu Stephen King eine Meinung haben. Leider geht das auch andersherum. Denn nicht immer sind 'King-Fans' die besten Ansprechpartner, wenn man sich - manchmal auch kritisch - mit einem Werk oder über Stephen King austauschen will.
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon blaine the ogo » Di 26.Jul.2016 14:51

Die Lebensgefährtin eines guten Freundes studiert Kunst und nimmt in 2016 an einem Projekt über Sammelleidenschaften teil.
Die Teilnehmer müssen einen Sammler finden, eine Kurzvorstellung schreiben und vortragen, einen Fragebogen erstellen, beantworten lassen und als Vortrag halten, Drehbuch für ein Interview (auf Video) schreiben, den Clip drehen und an der Uni vorführen. Im November wird die Sammlung in Kunstmuseum präsentiert, wobei die Planung und der Aufbau der Ausstellung auch zum Projekt gehören. Und da ich der einzige "Sammler" war, den sie kannten...

Der Fragebogen ist nun fertig, da einige Aspekte ganz gut zum Thema Fan-sein passen, wollte ich den Text hier mal präsentieren:

Fragebogen zur Sammelleidenschaft


Was ist meine Sammelleidenschaft?:
Meine Sammelleidenschaft ist eine weitere Entwicklung des Fan-Seins, die sich irgendwann einfach so ergeben hat. Es war einfach ein Impuls, sich einfach weiter zu vertiefen.

Seit wann besteht meine Sammelleidenschaft?
Bis 2003 hatte ich reichlich Verfilmungen von Kings Werken gesehen, aber nur einige seiner Bücher gelesen. Während einer 2-monatigen Erkrankung im Jahr 2003 bestellte ich ca. 20 gebrauchte Bücher bei ebay, um sie während der Zeit zu lesen, dann folgten weitere. Zu dem Zeitpunkt war die Priorität noch, die komplette Bibliographie von King zu lesen, nicht sie zu sammeln oder besitzen. Bis 2007 wurden es immer mehr, bis Weltbild-Verlag eine Sammeledition zum 60. Geburtstag von Stephen King veröffentlichte. Alle gebunden, im Einheitslook und erschwinglich. Hin und her überlegt, dann bestellt, die alten zerfetzten Taschenbücher (die nun doppelt waren) aussortiert und dann passierte es... Plötzlich wollte ich auch die restlichen Bücher als schöne, gebundene Ausgaben haben und so fing das ganze an. Während der häufigen Besuche im King-Forum sah ich weitere Sachen in den Onlinesammlungen der User, DVDs, Magazine, Fanartikel usw. und da habe ich Blut geleckt.

Habe ich schon mal eine Sammlung aufgegeben? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Als Kind sammelte ich vieles, wie jeder Junge. Jugendbuchreihen, Comics, Münzen, Briefmarken uvm. Aber da wuchs man irgendwie raus.

Was bedeutet das sammeln für mich?
Das Sammeln bedeutet für mich viel Spass beim suchen und jagen. Viele Sachen in meiner Sammlung sind selten und sie überhaupt zu finden bzw. sie günstig zu finden ist nicht so einfach. Und wenn man gelegentlich was schönes findet, dann ist die Freude groß, auch die Vorfreude beim Warten auf die Postsendung, Spaß beim Auspacken und einpflegen in die Fotogalerie sowie das teilen in der Community.

Was bedeutet meine Sammlung für mich?
Jeder von uns freut sich, etwas schönes zu erschaffen oder zu besitzen. Für jeden ist es etwas anderes, mal die schönen Beete im Garten oder tolle Zimmerpflanzen, eine CD-Sammlung oder Kunstgegenstände. Es können auch selbstgebastelte Sachen oder selbst verfasste Gedichte sein. Jedem das seine. Und bei mir ist es halt die King-Sammlung, die inzwischen ca. 600-700 Artikel umfasst.

Was macht eine gute Sammlung für mich aus?
Eine gute Sammlung kann man nicht in Geld bewerten. Eine teure Sammlung bedeutet nur, dass der Sammler viel Geld zu Verfügung hat, nicht mehr und nicht weniger. Ein allein verdienender Familienvater mit drei Kindern wird sehr stolz auf seine Büchersammlung sein, wenn sie mal endlich komplett ist, auch wenn sie nur aus 1€-Flohmarkttaschenbüchern besteht. Ein Single und Top-Verdiener wird sich ohne Probleme alle Bücher als original Erstausgabe holen können, u.U. auch signierte und limitierte Exemplare, dadurch wird die Sammlung vielleicht teurer oder wertvoller, wird aber nicht unbedingt den Besitzer glücklicher machen.

Was habe ich bisher in meine Sammlung investiert? (Zeit, Geld, Beziehungen,….?)
Oh... nicht einfach...
Beziehung ist noch keine zu Bruch gegangen.
Zeit, sicherlich sehr viel. Aber es ist die Zeit, die andere ebenfalls für ihre Hobbys oder fürs Fernsehen verwenden. Ich nehme mir dann die Zeit fürs lesen und für meine Sammlung.
Geld... oh, da müsste ich genau nachrechnen. Ich hoffe, dass meine Ausgaben noch im vierstelligen Bereich liegen ;-) Ja, das läppert sich zusammen. Allerdings sind viele der Bücher inzwischen ein vielfaches des Kaufpreises wert. Ich hatte Glück, einige Raritäten wirklich günstig zu bekommen.

Was unterscheidet einen Fan von einem Sammler? Was macht einen Sammler aus?
Man muss kein Fan von etwas sein wenn man etwas sammelt und umgekehrt.
Fan zu sein ist eine Mischung aus Hobby und Lebenseinstellung. Ein King-Fan fiebert dem nächsten Buch entgegen, bestellt es vor und liest in den ersten zwei Nächten nach dem erscheinen durch. Er liest die Bücher mehrmals, schaut sich die Filme öfters an, liest regelmäßig über sein Hobby im Netz. Das sammeln kann (muss aber nicht) sich irgendwann aus dem Fan sein ergeben, es gibt aber viele (Bücher-)sammler, die etwas sammeln um es zu besitzen oder als Wertanlage, ohne Fan zu sein. Ein Sammler sammelt Dinge die er nicht wirklich braucht. Ein Sammler kauft schon mal Ausgaben die er nicht liest, weil er sie doppelt und dreifach hat, weil sie zu wertvoll sind um drin zu blättern, oder Ausgaben in Sprachen die er nicht versteht. Oder er liest sie nicht, weil er kein Interesse daran hat, wenn er nur des Sammelns wegen sammelt.

Was bedeutet es für mich meine Sammlung im Kunstmuseum Bochum auszustellen?
Jeder Sammler ist etwas exhibitionistisch veranlagt und zeigt seine Schätze gern. Ich würde gerne zeigen, dass es außer der regulären Ausgaben der Verlage noch so vieles mehr gibt. Außerdem würde ich dadurch ggf. einige auf Stephen King aufmerksam machen, die ihn bisher nicht kannten.

Würde ich meine Sammlung abgeben?
Das Fan-Sein lebt man aus, dass kann mir keiner wegnehmen. Auch die unzähligen Stunden in den Welten, die ich beim Lesen bereisen durfte, die bleiben mir für immer erhalten.
Die Sammelstücke sind (bis auf meine Stephen-King-Tattoos) alles nur (meist gekaufte) Gegenstände. Einzig die handgemachte Tonfigur von Oy aus dem Dunklen Turm bedeutet mir sehr viel, weil sie ein persönliches, selbst gemachtes Geschenk einer guten Freundin ist. Diese würde ich nicht abgeben. Meine Tattoos werde ich wohl auch immer behalten können.
Die restliche Sammlung ist nur aus Papier, Plastik usw. erschaffen. Natürlich sind da ideelle Werte, Erinnerungen usw., aber ich könnte es mir vorstellen, in einer Notlage wie Armut oder schwere Krankheit und dadurch entstandenem finanziellen Engpass mich von einigen oder fast allen Sachen zu trennen. Auch wenn es weh tun würde, das Leben geht vor. Fan würde ich trotzdem bleiben, auch ohne dazu gehörige Sammlung. Aber so lange ich es mir leisten kann, werde ich die Sammlung behalten.

Was mir noch wichtig ist zu sagen:
Egal was man sammelt, ob Bücher, Kunst, Plüschmarienkäfer oder Biergläser, man soll Spass an der Sache haben. Und wenn einer halt 3000 verschiedene Zollstöcke im Regal hat, es ist sein Hobby und seine Sammlung, er hat Spass – also nicht auslachen, auch wenn die Sammelobjekte noch so kurios sind.
Das andere Thema habe ich schon vorhin angesprochen – das Geld. Auch kleine, bescheidene, ja armselig wirkende Sammlungen können den Sammler glücklich machen. Und auch er hat neben dem wohlhabendem Sammler eine Daseinsberechtigung.
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon blaine the ogo » Di 02.Aug.2016 22:18

So, die Foto- und Filmaufnahmen (s. vorheriger Beitrag) haben wir hinter uns... In paar Wochen, je nach dem wie arbeitsintensiv das Schneiden ist, werden mir die jungen Menschen das fertige Video zukommen lassen und ggf. bei Youtube hochladen. Falls ich nicht zu dämlich rüberkomme, werde ich den Clip auch hier teilen :oops: :-P :roll: ansonsten ab in den Datenkeller.

Inzwischen steht es schon fest: am Freitag den 25. November (irgendwann am Abend) wird in Kunstmuseum Bochum die Ausstellung "Sammelleidenschaften" eröffnet. Meine King-Sammlung (ob ganz oder ein Teil ist noch unklar, je nach verfügbaren Platz) wird dabei sein und ich werde am Tag der Eröffnung ebenfalls vor Ort sein. Die Ausstellung soll ca. 4 Wochen dauern. Ich werde kurz davor noch mal die genauen Termine und ggf. Links durchgeben.
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon trinity28278 » Di 09.Aug.2016 10:33

Schade das es zu weit weg ist, sonst wäre ich mal vorbei geschlüpft zum besuchen und schauen. Viel Spaß wünsche ich und mach Bilder
"Manchmal muss eine Frau ein richtiges Miststück sein, um in dieser Welt zu überleben!"
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Re: Was macht einen echten King-Fan aus

Beitragvon bigben » Di 09.Aug.2016 22:24

Cool blaine. Viel Spass!
Und ja! mach Bilder. :)
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