Love (Lisey´s Story)

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Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Wordslinger » Mo 23.Jun.2008 09:56

Larry Underwood hat geschrieben:Alles in allem stellt "Love" das beste Werk dar, da es die meisten literarischen Anteile aufzuweisen vermag. Wer damit nicht klar kommt, der wird auch über 0815 - Monsterclown-Horror nicht groß hinauskommen in seinen Lesegewohnheiten.


Ja und nein.
Zwar würde ich "Love" neben "Wahn (Duma Key)" zu den sprachlich besten Romanen zählen (Love für seine unendlichen Wortneuschöpfungen und Wortspiele; Duma Key für seinen WortWITZ... "four o'clockies" :D ), aber leider trifft dies auch nur auf die englische Ausgabe zu. Im Deutschen gehen leider sooooooo viele Anspielungen und Wortspiele verloren, weshalb das Buch seinen eigentlichen Charme bei der Übersetzung verliert und dummerweise die Handlung alleine nicht wirklich überzeugen kann.

Anderseits muss man auch sagen, dass es für einen Nichtmuttersprachler auch extrem schwierig ist, das Original zu lesen, da King viele Worte so verändert, dass man sie nur noch mit viel Phantasy entziffern kann. Zb "huh-yoogely" als Verballhornung von "hugely" versteht man nur, wenn mans laut ausspricht. Wobei das deutsche "rihiesig" als Übersetzung eher an Stotter-Bill erinnert :roll:

Siehe auch hier: Love: Geheimsprache oder Sprachbarrieren! *Werbung in eigener Sache mach* 8)
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Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Odetta » Mo 23.Jun.2008 14:30

@ Wordslinger
Ich hätte den Wortwitz in Englisch leider erst recht nicht verstanden. Bei den eigenwilligen Wortkreationen hilft ja auch kein Wörterbuch. Das würde den Charme viel eher verderben, wenn man die Hälfte nicht versteht.
Ich finde besonders LOVE hat auf Deutsch jede Menge Charme. Und die Handlung hat mich mehr überzeugt, als zB Puls, bei dem die literarischen Anteile (was immer damit gemeint ist) eher gering sind. Die meisten Wörter finde ich ziemlich gut gelungen, in anbetracht, dass es für den Übersetzer sicher kein leichter Job war. Wie soll man etwas übersetzen, dass es so in einer anderen Sprache garnicht gibt. "Bösmülligkeit" find ich klasse, sinngemäß hat sich der Übersetzer die richtigen Freiheiten genommen. Was für sich selbst sprach, wurde einfach in Englisch beibehalten. "Bool!" erinnert ja auch ein wenig an "Buh!".

@ Larry Underwood
Larry Underwood hat geschrieben:Alles in allem stellt "Love" das beste Werk dar, da es die meisten literarischen Anteile aufzuweisen vermag. Wer damit nicht klar kommt, der wird auch über 0815 - Monsterclown-Horror nicht groß hinauskommen in seinen Lesegewohnheiten.

Wenn man diesem "0815-Monsterclown-Horror" (wie du es nennst) nichts abgewinnen kann, wird man allerdings nicht besonders lange King Fan bleiben. Überhaupt versteh ich nicht, warum es ein Anliegen sein sollte, über diese Lesegewohnheiten hinauszukommen. (?)
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Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Hasi » Fr 27.Jun.2008 11:20

Ich habe Love gerade beendet, und muss Odetta und Wordslinger zustimmen: die Wortkreationen sind echt klasse. Ich glaube, die werde ich nicht so schnell vergessen. Besonders gut gelungen ist in meinen Augen Scotts Kindheit. Den Teil fand ich besonders spannend. Aber den Long Boy kann ich mir nach wie vor nicht richtig vortsellen. Er ist schlangenähnlich... hat aber Beine.... und 'nen quatdratischen Kopf?? Ist himmelhoch mit 'ner gescheckten Seite? Alles was meine Phantasie da zusammenbaut sieht eher lächerlich als angsteinflösend aus...
Trotzdem... ich finde Love ist beim Lesen wie Bergsteigen: Erst geht's nur langsam und mühsam voran, aber ab dem Gipfel (ca. die Mitte) gings schnell und mit viel Elan dem Ende zu. Hier haben sich ja dann auch alle Rätsel gelöst, bzw. Verwirrungen geklärt, die während des Lesens aufgekommen sind. (vor allem, was alles hinter dem purpurnen Vorhang verborgen war!!)
Alsooooo: Daumen hoch für Love :daumenhoch:
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Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Larry Underwood » Fr 27.Jun.2008 18:21

Odetta hat geschrieben:Überhaupt versteh ich nicht, warum es ein Anliegen sein sollte, über diese Lesegewohnheiten hinauszukommen. (?)


Naja, die Aneignung von ein paar literarischen Rezeptionskompetenzen hat wohl noch niemandem geschadet.

Von King sprechen mich eigentlich nur noch die wirklich emotionalen Werke an, und dazu gehört "Love", genauso wie "Friedhof der Kuscheltiere" und noch ein paar Weitere.
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Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Morgaine le Fay » Sa 28.Jun.2008 13:51

Bangor hat geschrieben:Dabei hat mich, in dieser Beziehung, gerade der Roman "Es" beeindruckt.


Da muss ich dir zustimmen, finde, auch ES hat einige literarische Komponenten in sich verborgen. ^^
Aber das gehört hier ja nicht rein. ;)
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Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Larry Underwood » So 29.Jun.2008 11:29

ich habe so ziemlich vieles von King gelesen, aber in Punkto Litaralität kommt an "Love" einfach nichts hin. Die geniale Umschreibung der schneebedeckte Weide, die für Geborgenheit etc. steht, ist nur eins von vielen Motiven im Buch, die King in derartig symbolhafter Ausschreibung noch nie angewendet hat.
Und da kann der Clown von Es noch sonst so als Assoziation für Kinderheitsängste vieler Erwachsener stehen, dieses Werk hat eine eindeutigere nähe zur Trivialliteratur.

Daher auch mein Überraschtsein beim und nach dem Lesen von Love. Hier ist eindeutig ein noch sprachsicherer King am Werk, der erkannt hat, dass man heutzutage immer weniger mit fantastischem Horror überrascht. Der beste Horror findet in Andeutungen statt, wobei "Love" ja kaum auf Horror-Anteile aus ist. Eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art, so könnte man vielleicht der Rahmen des Buchs umschreiben.

Hätte King seit eh und je diese "Schiene" gefahren, dann wäre er unter den starrhalsigen Literaturkritikern wohl nicht als Horrorautor für infantile Erwachsene und Jugendliche verrufen.

Als zuletzt von mir gelesene King Geschichte fällt mir da noch "Pin-Up" im Zusammenhang ein, in der King diesesmal komplett auf Horror-Elemente verzichtet, was die Geschichte aber umso reizender macht in meinen Augen.
Larry Underwood
 

Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Hasi » Mo 30.Jun.2008 08:40

Es muss halt nicht immer Horror sein, um ein King-Buch gut zu machen, nicht wahr? :D
Hasi
 

Love

Beitragvon Freyjar » Mo 07.Jul.2008 12:19

Ich lese gerade das Buch "Love" nachdem ich "Puls" verschlungen habe. Ich finde es bist jetzt sehr verwirrend und weiß irgendwie noch immer nicht was es mit den Bools und Blut-Bools auf sich hat. In "Glas" wird das Wort Bool sogar einmal erwähnt.

Lange Tage und angenehme Nächte

Freyjar :)
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Re: Love

Beitragvon Morgaine le Fay » Di 08.Jul.2008 09:57

Freyjar hat geschrieben:Ich finde es bist jetzt sehr verwirrend und weiß irgendwie noch immer nicht was es mit den Bools und Blut-Bools auf sich hat.


Ach, das ändert sich noch. Bald wirst du alles verstehen. ;)
Morgaine le Fay
 

Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Kurt Barlow » Di 08.Jul.2008 12:59

Ich hab (Schande über mich) auch ganz zu Anfang versucht, diesen Wörtern (Blut-Bool, Bool etc.) irgendwas "deutsches" hinein zu interpretieren und hab stellenweise einfach nachgedacht, wo ich diese Wörter im normalen Alltag schonmal gehört haben könnte :P.
I think I'm a Bananatree! :urgs:

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Re: Love

Beitragvon Mystery » Sa 12.Jul.2008 14:47

Morgaine le Fay hat geschrieben:Ach, das ändert sich noch. Bald wirst du alles verstehen. ;)



Das ist auch noch meine Hoffnung... habe nun auch endlich mal angefangen, "Love" zu lesen, und bisher ist es noch ziemlich... verwirrend, langatmig - finde ich. Aber eigentlich kenn ich das so, wenn man an einen gewissen Punkt angekommen ist, dann mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen! :P Ich laß mich also mal überraschen! :mrgreen:
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Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Pixie » Sa 12.Jul.2008 20:05

Ich habe LOVE letzten Sommer während einer 18-stündigen Schifffahrt quasi in einem Rutsch "verschlungen".
Wie ich finde ist das einer der besten King-Romane der neueren Zeit.
Sowohl die Story als auch der Sprachstil überzeugen.

Auch was King's Wortschöpfungen angeht, bekomme ich beim Lesen immer das Gefühl, von ihm als eine Art "Insider" in eine Geschichte eingeweiht zu werden. Man fühlt sich "dabei" und nicht nur "davor"... Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine :wink:
Pixie
 

Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Morgaine le Fay » So 13.Jul.2008 09:15

Ich kann dich verstehen, Pixie. ;) Und irgendwie hast du Recht.
Und ich finde den Roman auch sehr, sehr gelungen, aber ich glaube, das habe ich auch weiter oben schon mal gesagt. :oops:
Morgaine le Fay
 

Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Leila2002 » Di 22.Jul.2008 21:04

Ich versteh dich auch, Pixie. :P
Love ist ein besonderes Buch. Beim Lesen eurer Beiträge kriege ich wieder großer Lust das Buch noch einmal zu lesen. Doch diesmal auf englisch!
Leila2002
 

Re: Love (Lisey´s Story)

Beitragvon Zar » Fr 15.Aug.2008 12:51

hm, ich habe das Buch vor ein paar Tagen zuende gelesen und fand es eher langweilig

im Gegensatz zu den anderen "Frauen-Romanen" von King fehlte mir hier die Würze

da haben mir Dolores oder auch das Spiel wesentlich mehr zugesagt

einzig der Pool war interessant, aus meiner Sicht
Zar
 

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