The Stand - Das letzte Gefecht

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Re: Die 3 besten und schlechtesten Bücher von Mr. King

Beitragvon jan1981 » Mo 09.Mai.2016 20:48

The Stand (Alle lieben es, aber bei mir springt der Funke nicht über. Der einzige Charaktere den ich hier mochte war Harold Lauder)


Sorry aber wie schafft man es Harold zu mögen? ;)

Und nachdem ich the stand gelesen habe landet es bei mir auf Platz 2...
jan1981
 

Re: Die 3 besten und schlechtesten Bücher von Mr. King

Beitragvon Vermis » Di 10.Mai.2016 05:45

jan1981 hat geschrieben:
Sorry aber wie schafft man es Harold zu mögen? ;)


Naja, Harold sehe ich eigentlich als die, nennen wirs mal, realistischste Figur in "The Stand". Harold kann man nicht sofort zu Gut oder Böse zuordnen, er ringt anfangs um Anerkennung, und versucht Frans Herz zu gewinnen, was nicht gelingt, da ja Mr. Perfect, Stu Redman, die Bühne betritt. Harold tut schlimmes, Böse ist er in meinen Augen nicht. Er erkennt einfach zu spät, das er Fehler gemacht hat.

Der passende Artikel im Wiki gibt da einen richtig guten Überblick:
http://www.kingwiki.de/index.php/Harold_Lauder
"Die Elektrizität ist eine von Gottes Pforten zum Unendlichen." -Charles Jacobs, Revival
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Re: Die 3 besten und schlechtesten Bücher von Mr. King

Beitragvon martin » Di 10.Mai.2016 15:51

Sorry aber wie schafft man es Harold zu mögen?

Weil alle anderen eindimensionale Comicfiguren sind?
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Re: Die 3 besten und schlechtesten Bücher von Mr. King

Beitragvon Tiberius » Di 10.Mai.2016 16:32

Vermis hat geschrieben:Naja, Harold sehe ich eigentlich als die, nennen wirs mal, realistischste Figur in "The Stand". Harold kann man nicht sofort zu Gut oder Böse zuordnen, er ringt anfangs um Anerkennung, und versucht Frans Herz zu gewinnen, was nicht gelingt, da ja Mr. Perfect, Stu Redman, die Bühne betritt. Harold tut schlimmes, Böse ist er in meinen Augen nicht. Er erkennt einfach zu spät, das er Fehler gemacht hat.


Interessant. Harold ist für mich zusammen mit Flagg eine der Figuren die ziemlich deutlich Böse sind. In dem Moment als er sich entscheidet, ein eigenes Tagebuch zu führen, war er schon auf dem besten Weg 'nach unten'. Davor war seine Zuneigung zu Fran etwas tragisch, aber speziell in Boulder sind alle Aktivitäten berechnend und auf die Zerstörung derjenigen gerichtet, die angeblich sein Leben kaputt gemacht haben. Er ist absoluten Illusionen hingegeben. Sein Hass auf Redman, der sich nur deswegen äußert, weil er ihm angeblich Fran ausgespannt hat? Das sind die Träumereien einiger Leute, die sich mitunter zu Stalkern oder Gefährlicherem entwickeln. Selbst Lloyd Henreid nimmt für mich nicht diese böse Position ein. Im Endeffekt will der einfach nur sein Leben leben, nur dass er - wiederholt - von anderen auf die falsche Seite gezogen wird. Lauder dagegen folgt ausschließlich seinem eigenen, verstörten Antrieb von Rache, Verlust von gewollter Zuneigung und dem großen Wunsch nach Aufmerksamkeit.

Harolds Erkenntnis kurz vor seinem eigenen Ende aus der Geschichte wirkt nett, aber das billigt nicht das, was er zuvor getan hätte. In King'scher Manier muss man ihm allerdings zu Gute halten, dass sich wohl die Gruppe um Underwood nicht auf den Weg nach Vegas gemacht hätte, wenn das der Anschlag nicht so gekommen wäre, jedenfalls glaube ich das so nicht.

@Martin

martin hat geschrieben:Weil alle anderen eindimensionale Comicfiguren sind?

Magst du das etwas genauer ausführen? Also, was für dich Eindimensionalität ist, woran du das festmachst und warum Lauder im Gegensatz zu den anderen deutlich besser herausgearbeitet wurde?
Tiberius
 

Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon jan1981 » Sa 21.Mai.2016 17:26

Habe die heyne Ausgabe von the stand und die hat exakt 1712 Seiten also gibt es wohl ne gekürzte dann ne ungekürzte originale und ne ungekürzte nochmals überarbeitete was ich auch dem Vorwort entnehme.
jan1981
 

Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon Tiberius » Sa 21.Mai.2016 20:58

was steht denn im Impressum deiner Ausgabe?

Insgesamt gibt es in meinen Augen drei deutsche Übersetzungen. Einmal die der original gekürzten Ausgabe, die in 1985 spielt. Dann die der Gesamtausgabe, die 1990 spielt. Beide Übersetzungen sind von Bastei-Lübbe.

Heyne hat die Komplettausgabe nochmal überarbeitet und dadurch erweitert. Diese Taschenbuchausgabe dürfte momentan in den Buchhandlungen ausliegen, denn die ist auch die Neueste. Das Cover ist das Folgende:

http://cover.stephen-king.de/viewcover/ ... _Paperback
Tiberius
 

Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon jan1981 » So 22.Mai.2016 09:02

Genau die Ausgabe ist es die du verlinkt hast.
jan1981
 

Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon ConstantReader93 » Di 24.Mai.2016 10:33

Nochmal zum Thema Harold:
Ich war bei dem Typen ein bisschen hin und hergerissen. Anfangs tat er mir schon irgendwie leid und streckenweise war er mir, als er noch ganz am Anfang nur mit Fran zu zweit war, sogar ein wenig sympatisch.
Später, als er dann durchgedreht ist, hat er sich für mich aber dann doch als eindeutig böse Figur entpuppt. Ist mir auch selten passiert, dass sich dieses Gefühl bei mir bei einer Figur im Laufe eines Romans so verändert hat...
ConstantReader93
 

Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon BlaineTheMono » Fr 26.Aug.2016 16:52

ConstantReader93 hat geschrieben:Nochmal zum Thema Harold:
Ich war bei dem Typen ein bisschen hin und hergerissen. Anfangs tat er mir schon irgendwie leid und streckenweise war er mir, als er noch ganz am Anfang nur mit Fran zu zweit war, sogar ein wenig sympatisch.
Später, als er dann durchgedreht ist, hat er sich für mich aber dann doch als eindeutig böse Figur entpuppt. Ist mir auch selten passiert, dass sich dieses Gefühl bei mir bei einer Figur im Laufe eines Romans so verändert hat...


Meine Meinung zu Harold:
Spoiler: zeigen
Am Anfang fand ich ihn gar nicht mal unsympathisch, da tat er mir eher leid, ein typischer Außenseiter, sowohl in der Schule als auch zu Hause, der mit Menschen nur schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Sein Vater beschimpfte ihn als Schwulenbübchen,d ie Mitschüler mobbten ihn, die Mutter kümmerte sich nur um seine Schwester.
Harold hat nie Zuneigung und Liebe erfahren, und so entwickelte er sich leider zum kaltblütigen Mörder.
Seine traurige, einsame Kindheit rechtfertigt seine schlimmen Taten nicht, als er in Boulder den brutalen anschlag mit Nadine begeht, war er mir nicht mehr sympathisch, da verabscheute ich ihn.
Mit Harold ist es genau wie mit Nadine: Beide hätten einen anderen Weg wählen können, sich auch für das Gute entscheiden können.
Wenn Nadine sich Larry hingegeben hätte, hätte Flagg seine Macht über sie verloren, und sie hätte sich wahrscheinlich nicht mehr so fatal Richtung Vegas hingezogen gefühlt.
ABer genau wie Harold war Nadine immer einsam und hat nie Liebe erfahren.
und so kamen beide leider auf den falschen weg, der für beide mit dem Tod endete.
Und obwohl Nadine Joe, also Leo hatte, hat sie sich zum Bösen hingezogen gefühlt, dabei hätte sie auch in Boulder bleiben, und sich um den Jungen kümmern können.
Aber spätestens als larry sich lucy zuwandte, war wohl Nadines Schicksal besiegelt und sie wandte sich Flagg zu, nach der Nacht mit ihm, die eine Vergewaltigung war, war sie ja nur noch ein Zombie, wirkte wie in Trance.

Harold und Nadine sind beide die tragischsten Figuren des Buches, weil sie das Böse wählten, obwohl sie sich auch anders hätten entscheiden können.
BlaineTheMono
 

Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon martin » Mo 17.Okt.2016 15:14

Magst du das etwas genauer ausführen? Also, was für dich Eindimensionalität ist, woran du das festmachst und warum Lauder im Gegensatz zu den anderen deutlich besser herausgearbeitet wurde?


Klar: Harold ist manchmal stark und oft schwach, und sehr tragisch. Er ist absolut kein Held, aber hätte einer werden können. Ein Antiheld so direkt ist er dann auch wieder nicht. Er hat Brüche. Und er ist clever, weil er Cleverness lernen musste. Ansonsten:

Stu: Gut. Nichts sonst. Gut.
Nick: Auch, dazu irgendwie unangenehm elitär.
Kid: Comicfigur
Lloyd: Ork
Fran: Nervt irgendwie
Müll: übertrieben freakig
Tom: Mir zu sehr Comedy-Sidekick

Gut, Bateman als leicht tolkien-esker Philosoph hat was sympathisches, und noch paar andere auch.
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Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon humppa » Di 25.Okt.2016 20:53

Ich hab The Stand schon vor Jahren in deutscher Sprache gelesen.

Jetzt habe ich mit der englischen Version angefangen und gerade bei Seite 220 und irgendwas angekommen.

Gefällt mir jetzt schon besser als die deutsche Ausgabe.
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Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon bigben » Fr 28.Okt.2016 10:57

Hab die TB- Ausgabe von Heyne gelesen. Ein wirklich gutes Buch. Hatte nen kleinen durchhänger im Mittelteil
Spoiler: zeigen
der wiederaufbau in Boulder war stellenweisse echt langweilig
und das Ende hätte mir ohne
Spoiler: zeigen
Gottes Hand am Himmel (Mülli hätte es auch so hinbekommen :lol: )
etwas besser gefallen. Im Prinzip hat "das letzte Gefecht" ,so wie ich es auf einem älterem Cover gesehen und mir vorgestellt habe,garnicht stattgefunden. Da war ich schon etwas enttäuscht.
Für THE STAND sprechen die vielen wirklich guten Haupt- und Nebendarsteller. Die Nr.1 für mich klar Tom und der Mülleimermann.
Mich würde noch interessieren,was genau alles King für die erste Veröffentlichung gestrichen hatte.
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Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon Tiberius » Fr 28.Okt.2016 14:21

@bigben: Auf Flohmärkten und auch auf Ebay schwirren noch alte gekürzte - also erste - Ausgaben herum.

Die Ausgabe hier

https://cover.stephen-king.de/viewcover ... eutschland

ist zum Beispiel noch sehr verbreitet.
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Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon bigben » Fr 28.Okt.2016 16:24

Ok. Dachte, dass es vielleicht irgendwo eine Auflistung gibt, wo steht was rausgekützt war bzw. was hinzugekommen ist . Aber ganze Personen werdens wohl nicht sein,oder ? Zur Not besorg ich mir mal eine ältere Ausgabe zum vergleichen.
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Re: The Stand - Das letzte Gefecht

Beitragvon blaine the ogo » Mi 09.Nov.2016 21:34

Ich lese gerade zum zweiten mal The Stand.
Bin schon bei Seite 460 und bisher gefällt mir das Buch besser als beim ersten Durchgang.
Besonders die Einführung von Mülli incl. seiner lebensgeschichte fand ich sehr gut, keine andere Person wurde bisher so gut und intensiv vorgestellt und in die Story eingearbeitet.
:lernen:
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