Feuerkind

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Moderator: Heiger

Re: Feuerkind

Beitragvon darkpet666 » Mo 31.Mär.2008 18:50

Entweder hast du wirklich das "Buch zum Film" in der Hand (heißt ein Buch, welches nach dem Drehbuch geschrieben wurde), was ich allerdings nicht glaube. Oder du hast das normale Buch, wo einfach nur dieser Vermerk drauf steht, um den Verkauf anzuheizen.
darkpet666
 

Re: Feuerkind

Beitragvon Callahan » Mi 02.Apr.2008 18:53

Wahrscheinlich. :?
Bin nun inzwischen etwa bei der Hälfte. Am Anfang war das Buch ja ganz interessant (ist es auch jetzt noch), aber mich nerven diese vielen langen Passagen über die Militärleute. Normalerweise mag ich ja an King-Büchern, dass sie immer bisschen vom Thema abschweifen und auf alle möglichen Kleinigekeiten eingegangen wird. Aber hier nervt es irgendwie einfach nur, finde ich.
Callahan
 

Re: Feuerkind

Beitragvon Lloyd » Fr 16.Jul.2010 13:50

Über den erstaunlich langen Zeitraum von (fast) 40 Jahren, in denen Stephen King aktiv ist, kann man die Stileinflüsse und charakteristischen Eigenschaften der King-Bücher eigentlich in Dekaden aufteilen. In den 70ern war der Stil grobschlächtig und hölzern, Trash-Horror mit Splatter-Einlagen eben. In den 80ern kam dann die große Mainstream-Horror-Wave, darauffolgend die sprachlich versierteren (aber auch langatmigeren) 90er Jahre. Seit 2001 ist die Sprache ästhetischer und poetischer geworden, die Romane wirken reifer.

"Feuerkind" (erschienen 1980) liegt also irgendwo zwischen Trash und Mainstream. Wer jetzt aber glaubt, dass es sich dabei um einen halbgaren Lückenfüller oder um einen Schnellschuss handelt, liegt falsch. "Firestarter" bietet einen Unterhaltungswert auf durchweg ansprechenden Niveau und besticht durch eine dermaßen umwerfende Protagonistin, dass manche inhaltliche Schwäche im Storyplot gerne in Kauf genommen wird.

Auf narrativer Ebene ist die Geschichte schnell erzählt:
Die USA während der großen San Francisco-LSD-Welle in den 70ern. Andrew nimmt mit seiner Frau an einem Hochschul-Experiment teil, bei dem "die Firma" eine psychedlische Ersatzdroge an Menschen austestet. Als Jahre später Andys Tochter Charlene an Pyrokinese erkrankt, heftet sich "die Firma" an ihre Versen. Charlie hat sich geschworen, niemals von ihren Kräften Gebrauch zu machen. Doch gilt das auch, wenn die eigene Familie in Gefahr ist?

Wieder einmal zeigt Stephen King sein unglaublich intensives Feingespür für Antagonisten- und Frauencharaktere. Die Komplexität der Figuren OJ und Irv (sehr gut), Charlene (großartig) und Cap Hollister (meisterhaft!) sind brilliant, nahezu perfekt. Einzig der Hauptgegener Rainbird wandelt auf schmalen Grat, seine Figur hat - insbesondere zum Ende hin - etwas von einer fehlinszenierten Karikatur. Was sicherlich der Rollenverteilung geschuldet ist. Der Fokus liegt einzig und allein auf Charlie, die mit einer Leichtigkeit und einem bombastischen Charme in dem Roman aufgeht, vergleichbar mit Trisha aus der 20 Jahre später erschienenen Novelle "Das Mädchen". Doch damit geht auch der Harken der Geschichte einher. Das - wortwörtlich - explosionsartige Ende ist ergreifender als alle andere, was King bis zu diesem Zeitpunkt geschrieben hat. Von daher eine Warnung an alle, die nah am Wasser gebaut sind, es sich noch einmal zu überlegen.

Fazit: "Feuerkind" genießt seinen Ruf, als zweitklassiges Popcorn-Frühwerk mit Trash-Einlagen im Regal zu verstauben, zu Unrecht. Trotz unnötiger Längen im Mittelteil, offensichtlichen Logik-Fehlern und einem - im Vergleich zu heutigen Maßstäben - sehr limitierten Gore-Faktor, sind hier schon im Ansatz viele von Kings Stärken zu erkennen, welche später in den 80ern auch besser und genauer umgesetzt worden sind und somit zu Recht "Es" und "Misery" als Kultbände des Horrors gelten!
Lloyd
 

Re: Feuerkind

Beitragvon Mr. Dodd » Mo 07.Feb.2011 16:47

Bin erstaunt, wie schlecht der Roman bei Fans ankommt und das er hier nur so wenig Seiten hat.
Dieser Roman war vor neuen Jahren mein Erstlingswerk von King und auch wenn ich damals noch nicht so tief eingetaucht bin und ehrlich gesagt erst beim zweiten Mal lesen den Roman richtig verstanden habe, fand ich ihn schon damals genial. Am besten die verzweifelte, hoffnungslose Flucht von Andrew und Charlie vor der Firma, die beide eigentlich nur ein ruhiges Leben führen wollen, aber nicht in Ruhe gelassen werden. Diese Ungerechtigkeit in Bezug darauf, dass sie eigentlich gute Menschen sind fand ich am besten dargestellt von King und so waren mir Andrew und Charlie eine der sympathischsten King-Figuren von Anfang an.
Aber auch die Bösen sind nicht schlecht dargestellt meiner Meinung nach, der Chef Cap, der mit seinem hohen Posten offenbar gar nicht zufrieden ist und zum Ende hin fast noch zum Held wird, genau wie der arme Pynochet. Rainbird dagegen fand ich am besten, herrlich durchgeknallt, beängstigend psychopathisch, seine fast schon väterlich onkelhafte Beziehung zu Charlie ist eine der beängstigendsten (ich weiß zu viele Superlative) des Kingschen Universums, denn der Leser weiß Recht früh von Rainbirds wahrem Ziel. Deshalb ist für mich eine der besten Szenen in Buch und Film: .
Auch vom Spannungsaufbau her genial und wie sie scheinbar erstmal entkommen.
Mr. Dodd
 

Re: Feuerkind

Beitragvon flo flagg » Sa 26.Mär.2011 15:00

so jetzt habe ich feuerkind ausgelesen....ich fand das buch sehr actionlastig,sowie die guten alten 80iger jahre actionfilme.ich hätte mir etwas mehr charaktertiefe bei captain hollister gewünscht,er kam meiner meinung nach zu kurz. bei john rainbird wiederum fand ich den charakter ziemlich gut ausgereift und spannend.also mein fazit zu feuerkind sieht so aus kurzweilig und spannend,aber mehr tiefe der gegenpartei hätte nicht geschadet.
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Re: Feuerkind

Beitragvon Deadreckoning » Mo 25.Apr.2011 14:38

Hab es grad zu ende gelesen. Sehr gutes Buch, obwohl ich es teilweise schwer zu lesen fand. Nen bissel langatmig hier und da aber sonst sehr Klasse geschrieben. Lohnt sich wirklich das buch zu lesen.
Deadreckoning
 

Re: Feuerkind

Beitragvon Leserausch » So 04.Dez.2011 11:35

Wieder mal eine sehr unterhaltsame Geschichte aus der Feder Stephen Kings.
Wie immer fühlte ich mich auch von diesem King`schen Werk sehr gut unterhalten.
.Meine Bücher sind das literarische Äquivalent eines Big Mäc mit einer großen Portion Pommes
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Re: Feuerkind

Beitragvon daswurzelwerk » Sa 31.Aug.2013 21:22

weiß jemand, ob Feuerkind von Heyne als TB im aktuellen Einheitslook neu aufgelegt wird?
Ich sammle gerade diese Taschenbücher, und da wäre es doch blöd, wenn ich mir die momentane Version kaufe, und dann das Buch (möglicherweise) im aktuellen Look neu rauskommt.
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Beitragvon Pennywize_666 » Sa 31.Aug.2013 21:54


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Re: Feuerkind

Beitragvon daswurzelwerk » Sa 31.Aug.2013 22:59

Danke für die Antwort und die Mühe Pennywize!
Dann heißt es wohl Daumen drücken und das Buch erstmal überspringen (hatte vor, die Bücher von King weitestgehend in chronologischer Reihenfolge zu lesen)

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Beitragvon Pennywize_666 » So 01.Sep.2013 11:03


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Re:

Beitragvon blaine the ogo » So 01.Sep.2013 12:33

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Re: Feuerkind

Beitragvon daswurzelwerk » Mo 02.Sep.2013 10:00

Ja Ihr beiden, so werd ich's machen. In ner knappen Woche ist ja bei uns Flohmarkt, vielleicht hab ich ja Glück. Aber man findet es ja auch sonst überall :)
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Re: Feuerkind

Beitragvon bigben » So 24.Mai.2015 20:44

jetzt auch mit "aktuellem" Cover zu haben:
http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/F ... 242568.rhd
top!
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Re: Feuerkind

Beitragvon bigben » Di 04.Aug.2015 10:14

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