1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Diskussionen über Kings Novellen und Kurzgeschichten

1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Johannes » So 14.Nov.2010 15:33

SOoooo eben die erste von vier Geschichten im neuen Stephen King durchgelesen und naja.
Ich fands eigentlich recht gut. Ich fand halt das die Geschichte viel zu schnell losging, also weiß ich nicht war irgendwie so runtergeleiert halt ich fand er hätte sich noch ein bisschen mehr Zeit lassen können damit Arlette umzubringen, vor allem fand ich war es ja ziemlich leicht für ihn Henry dazu zu überreden die Mutter mit umzubringen. Wenn nicht sogar ein bisschen zu leicht. Also ich zumindest würde mich nicht so schnell dazu überreden lassen.....
Den Rest der Geschichte fand ich eigentlich recht gut und werde sie sicher auch irgendwann mal ein zweites Mal lesen :D
Ich find es gab zwar schon besseres aber bestimmt auch schon schlechteres :)

Joa an sich würd ich der Geschichte 7/10 Punkten geben.
Joa was denkt ihr denn so über die Story?? :D

lg Jo
Johannes
 

Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Pepsi Plunge » So 14.Nov.2010 23:34

Gerade eben fertig geworden..wenn ich heute nicht von Ratten träume, dann weiß ich auch nicht :-P

War eine gute Geschichte, auch wenn sie mich nicht extrem gefesselt hat. Was mich interessieren würde: Was glaubt ihr: Hat sich Wilf die Ratten nach seinem Auszug nur eingebildet?

Spoiler zum Ende
Spoiler: zeigen
Tragisch, dass Wilfs Geständnis unleserlich gemacht wurde...
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon spaddl » Mo 15.Nov.2010 07:25

Ich glaube, aufgrund des Endes
Spoiler: zeigen
, also des Zeitungsartikels, in der ja davon berichtet wurde, dass er sich selbst gebissen hat, dass er sich nicht nur die Ratten in seinem Hotel ausgedacht hat.


Generell aber eine schöne, atmosphärische, nette Geschichte. Kein Meisterwerk, aber auch nicht schlecht: Solide King-Kost :-)
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Kurt Barlow » Mi 17.Nov.2010 14:40

Zu der Glaubwürdigkeit: Man muss bedenken, dass die Geschichte wie gesagt 1922 spielt, da hat ein Sohn seinem Vater noch mehr gehorcht als es heute der Fall ist. Und es ist ja nicht so, dass der Sohn sich sofort dazu überreden lässt, das streckt sich ja über einen gewissen Zeitraum.
Die Geschichte an sich fand ich übrigens sehr gut und mal wieder recht hart. Ich kann verstehen, dass King das schreiben schwer fiel. Ich rede jetzt nicht nur von blutigen Taten, auch von der seelischen Belastbarkeit der Charaktere.
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Baschi » Mi 17.Nov.2010 17:56

solide Geschichte.

Was ich aber gar nicht leiden konnte war die ganze Szene wie Vater und Sohn, Arlette umgebracht haben. Das erinnerte irgendwie eher an eine Splatterszene wo King es sehr genau (bildlich) beschieben hat, wie Wilf versucht ihr mehrfach sauber die Kehle durchzuschneiden, das Jokergrinsen ins Gericht ritzt, sie sich krampfhaft versucht zu wehren und überall ihr Blut herumspritzt.

Kann mich nun auch an keine andere Szene von ihm aus anderen Büchern erinnern, die mir im ersten Moment so zugesetzt hat.
Ob das nun für oder gegen das Buch spricht, weiß ich noch nicht. :?
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Kurt Barlow » Mi 17.Nov.2010 19:13

Baschi hat geschrieben:Ob das nun für oder gegen das Buch spricht, weiß ich noch nicht. :?


Klingt jetzt komisch, aber mir gefiel diese Szene eigentlich, die wirkte wirklich verstörend und ist als Schlüsselszene unersetzlich, weil Vater und Sohn (besonders der Sohn) durch die Graumsamkeit dieser Tat plötzlich eine andere Denkweise bekamen: Henry physisch (steigende Anzahl der Schimpfwörter, später Verbrecher) und Wilf psychisch (Wahnsinn, Einbildung).
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Mano Cornuta » So 21.Nov.2010 14:45

Das war wieder der alte "King"!
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Linoge » Mo 22.Nov.2010 14:42

Die Geschichte habe ich nun auch zu Ende gelesen und ich hatte sehr viel Vergnügen mit dieser Novelle und denke, dass King beim Schreiben bestimmt auch eine diebische Freude hatte. Sehr viel böser Humor, angefangen bei dem Mord bis hin zur Beherbergung der Kuh im Haus, die übrigens nicht wesentlich zu Wifs Genesung beitragen konnte, auch wenn ihr Name Achelois anderes vorgeben mag. Im Bezug dazu ist übrigens der Titelname des Buches auch sehr interessant. :lol:

Ein kurzweiliger King, freue mich schon auf die nächsten Geschichten.
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Rotaermel » So 28.Nov.2010 23:13

Eines vorweg: Ich bin in den letzten zwei, drei Jahren an jedes neue Kingwerk mit großem Optimismus herangegangen und habe versucht, mich mit dem Umstand anzufreunden, dass King einfach anders schreibt als früher. Abgesehen von einzelnen, wenigen Ausnahmen, wie manche Geschichten aus Sunset, ist mir dies leider nicht gelungen - keines der in jüngerer Zeit erschienenen Werke erreicht für mich nur ansatzweise die Qualität seiner älteren Bücher. (Angefangen hat der Abwärtstrend für mich ungefähr mit "Love".)
Warum dies so ist, wurde mir gerade bei der Novelle "1922" ein weiteres Mal klar: Es fehlt einfach das "gewisse Etwas", das King so einzigartig machte. Im Fall der Novellen war das vor allem immer ein besonderer Einfallsreichtum. Gerade wegen diesem Umstand gehörten die Novellensammlungen zu meinen Favoriten unter Kings Werken.
"Langoliers" habe ich sicher zehn Mal gelesen und finde noch heute nach so vielen Jahren die Idee des "Zeitrisses" genial gut. "Frühling, Sommer, Herbst und Tod" war ein geniales Gesamtpaket mit wirklich tollen Einfällen - "Die Verurteilen" z.B. ist ja wohl einfach nur legendär.
"Der Bibliothekspolizist" wiederum war für mich ein Musterbeispiel des leicht ins Bizarre abdriftenden King-Horrors - seltsam, krude, aber einfach nur fesselnd.
Von all diesen Merkmalen konnte ich in 1922 nichts finden. (Ebensowenig in den anderen drei Geschichten dieser Sammlung.)
Ich frage mich wirklich, ob King sich beim Schreiben nicht selbst irgendwie einfallslos vorkam - eine Geschichte, die sich um lebendige Tote und Ratten dreht, das ist für mich so ziemlich das Ausgetretenste, was das Horrorgenre zu bieten hat. Dazu kommt, dass die Geschichte völlig unnötige Längen hat. Es sind so viele Passagen drin, die mir als Leser nichts als Langweile bereiten. Die für mich unerreiche Sammlung "Nachtschicht" präsentierte mir auf der Bühne meiner Phantasie mit der Kurzgeschichte "Spätschicht" WEIT mehr zum Thema "Horrorratten" als die Novelle "1922" - und das auf einem Bruchteil der Seitenmenge. Anhand dieses Beispiels wird überdeutlich, dass weniger manchmal mehr ist.
King schreibt weiter, obwohl er es nicht mehr nötig hätte - das ist schön, das ist lobenswert. Es freut mich immer wieder aufs Neue, wenn ein neues Buch von ihm kommt. Umsomehr enttäuscht es mich dann, zu sehen, dass die Spannung und Faszination der Geschichten so nachgelassen hat.
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Kurt Barlow » So 28.Nov.2010 23:36

Ja, da muss ich dir sogar irgendwie Recht geben.
(Fast) alle anderen Novellen waren kleine Perlen, und sie wussten durchweg zu unterhalten, weil sie eben wie ein Roman mit Kürzungen daherkamen. Die Novellen in "Zwischen Nacht und Dunkel" sind tatsächlich eher längere (ich will nicht sagen aufgeblasene) Kurzgeschichten. Bei 1922 fand ich noch den Schreibstil sehr gut und in jedem kurzen Kapitel passierte irgendwas wichtiges für die Handlung oder für die Entwicklung der Charaktere, von daher hat mir die Geschichte noch wirklich gefallen (Dinge, die mir bei "Big Driver" völlig fehlen :roll: )
Eigentlich mag ich den neuen King gerne, aber es stimmt schon. Bisher hab ich nichts wirklich originelles gelesen im Band.
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon spaddl » Mo 29.Nov.2010 00:35

Also was mir am "neuen King" so gut gefällt, ist einfach sein ausgefeilter und geschliffenerer Schreibstil.
Er vermag es viel eher als früher, Dinge und Geschehnisse schön und plastisch darzustellen. Er spielt vielmehr mit Buchstaben und Wörtern. :-)
I like that...
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Odetta » Mo 29.Nov.2010 15:34

Ich fand die Geschichte toll. Für mich war es eine vom alten Stil. Die Idee ist vielleicht nicht besonders originell, aber umso größer Kings Können daraus wieder etwas Neues zu machen. Diese blutige Geschichte mit paranoider Heimsuchung fand ich packend und spannend. Irgendwas zwischen Capote´s Kaltblütig und Bonnie & Clyde. Die typische Zeit, das anständige/erstrebenswerte Farmleben, die Folgen wenn dieses gestört wird. Die Geschichte besteht nicht nur aus einem Mord und Ratten, sondern aus viel mehr Atmosphäre drum herum.

Die stümperhafte Tötungsszene fand ich abstoßend und schrecklich. Die Kuh im Brunnen fand ich sogar sehr schrecklich. Und deswegen lese ich King. Eine starke Geschichte die mir richtig unter die Haut ging. Und das ist mir bei einer KG schon länger nicht mehr passiert.


Pepsi Plunge hat geschrieben:Spoiler zum Ende
Spoiler: zeigen
Tragisch, dass Wilfs Geständnis unleserlich gemacht wurde...

Für mich war das das einzige Manko.
Spoiler: zeigen
Denn wie kommt es dazu, dass wir hier sein Geständnis lesen?
KQ (14 Gänse = 40 Min.)
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Hannibal der Kannibale » Mi 15.Dez.2010 15:53

Hm... es ist schwer die passenden Worte zu dieser Geschichte zu finden. Ich sag mal so, ich war doch schon enttäuscht. Mich konnte die Geschichte nur ab und zu fesseln. Das aber leider viel zu selten. Mir kam es so vor, als würde King selber nicht wissen, was er da erzählen will. Diese Geschichte mit den Ratten kam mir zu unvollendet vor. Auch wenn das Ende dann doch recht gelungen war. Anfänglich kam ich echt schwer in die Geschichte rein, weil mich die Grundgeschichte einfach nicht fesselte. Erst später wurde es für mich spannend. Aber leider blitzte für mich zu wenig King auf in der Geschichte. Klar hat er sie geschrieben, aber ich meine halt das Kingtypische fehlte mir irgendwie. Manchmal war es plötzlich da, aber zwischendurch hätte die Geschichte auch von jedem x-beliebigen Schriftsteller stammen können. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber vielleicht versteht ihr ja was ich meine.
Mir kam die Story auch zu aufgebläht vor. Mir wäre lieber gewesen, dass diese Geschichte 50 Seiten weniger gehabt hätte und diese dann "Eine faire Verlängerung" angehängt.

Ich würde der Geschichte 4/10 Punkten geben.
Bis dato auf bald, habt Freude am Leben und lasst`s euch nicht nehmen. ;-) Euer Hannibal the Cannibal, tata!
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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Kleine_87 » So 19.Dez.2010 15:26

ich bin zwar noch nicht ganz durch mit der kurzgeschichte, aber ist voll in Ordnung.
als Mr. Lester zu Besuch kam, da erinnerte mich der Mann an den Film "Desperation"
zwar war im Film, der Sheriff der "böse" und
im Buch ist Mr. Lester ein guter, aber irgendwie hat es mich an den Film erinnert. XD
War das bei euch auch so?

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Re: 1922 (Zwischen Nacht und Dunkel)

Beitragvon Wordslinger » So 19.Dez.2010 17:25

<<< Beiträg enthält leichte Spoiler >>>

ich fand die Geschichte anfangs sehr langatmig (hab auch 2 Wochen für die ersten 60 Seiten gebraucht -_-

seltsame Geschichte, ich fand keinen Charakter außer dem Mädel und der Kuh ( XD ) wirklich sympathisch oder interessant, dennoch war es interessant zu lesen am Ende, als der Junge abgedampft ist.

Und wie einfach er dann auf einmal die Hypothek aufgenommen und sein Land verkauft hat, fand ich vom Autor sehr erzwungen. Ich hätte mir das eher wie bei SIE gewünscht, dass der Geist der Frau (wie Paul) versucht auf sich aufmerksam zu machen und gefunden zu werden, anstatt einfach ihren Mann zu ärgern. Genauso dann, wie sie ihrem Mann alles über die Kinder erzählt und er das alles aufschreibt und dann isst und man das aber trotzdem lesen kann irgendwie (!?) Und wieso kommt keiner von Abagail Freemantles Verwandten und Ehemännern vor, die zurselben Zeit im selben County gelebt haben - daher fand ich den Bezug zu Hemingford Home ziemlich sinnlos.

Ich geb mal 3 von 5 abgerissene Euter für die Geschichte :hammer
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