DT - Verfilmung

Die Saga von Roland und dem Dunklen Turm. Bestehend aus Schwarz, Drei, Tot, Glas, Wolfsmond, Susannah, Der Turm und Wind

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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Mano Cornuta » Mi 16.Aug.2017 20:36

Der Ausverkauf hält ja schon länger an. Das man aber nicht einmal vor dem Dunklen Turm halt macht, überrascht mich dann doch.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Jehane » Do 17.Aug.2017 14:40

Hab mir den Film gestern mit meinem Mann und einer Freundin angesehen - mein Mann kennt die Bücher nicht, die Freundin hat alle mehrmals gelesen. So. Mein Mann hat nicht gewusst, was ihn erwartet; meine Freundin und ich haben unsere Erwartungen einfach extrem runtergeschraubt und geschaut, was passiert. Rausgegangen sind wir alle drei mit dem Gefühl, gut unterhalten worden zu sein. Man kann den Film als DT-Fan durchaus mögen, wenn man ihn von den Büchern loslöst und als eigenständige Interpretation sieht. Dann funktioniert er ganz gut. Er ist halt sehr stark auf die Masse zugeschnitten bzw. merkt man, dass das grade mal der Auftakt zu etwas Größerem ist (oder sein soll, ist ja noch nicht raus, ob sich die Serie ausgeht) und man es sowohl der Masse als auch den Lesern recht machen wollte. Das klappt nicht immer; grade für Nicht-Leser bleiben sicher Fragen offen, weil Vieles einfach als bekannt vorausgesetzt wird (z.B. was die Balken sind). Die Figuren bleiben oberflächlich, es ist ein klassischer Kampf Gut gegen Böse - wobei sowohl Elba als auch McConaughey großartig sind. Grade Letzterer ist ein toller Walter - nicht immer subtil, aber gut, für ausgefeilte Charakterentwicklung ist bei 95 Minuten kein Platz. Auch bei Roland nicht, wobei ich den wirklich grandios gespielt fand. Die Charakterentwicklung findet bei Roland in den Büchern abgesehen davon ja auch erst im Lauf der Zeit statt; wirklich zugänglich ist er anfangs ja nicht. Das Wortkarge und dieses Unverständnis unserer Welt gegenüber hat Elba toll transportiert, man merkt, er ist anders, aber auch da geht in Sachen Charakter noch mehr. Sollte es zur Serie kommen, wäre es schön, wenn Rolands Charakter sich so wie in den Büchern weiter entwickeln darf.
Auch schön: jede Menge Anspielungen auf andere King-Werke sowie auf Teile der Turm-Reihe (und wenn's nur ein hingehauchtes "Thankee-sai" war), bei denen meine Freundin und ich begeistert gequietscht haben, einfach, weil das Stellen waren, an denen man gemerkt hat: Da kennt jemand das Material, macht aber was Eigenständiges draus. Und der Turm... der sah einfach grandios aus.

Der Film hat sich in Summe ein bissl wie ein Pilotfilm zu einer längeren Serie angefühlt - ein unterhaltsamer Auftakt, aus dem man noch mehr rausholen könnte. Wer sich eine 1:1-Verfilmung erwartet, sollte die Finger davon lassen. Wer es schafft, den Film von den Büchern zu trennen bzw. als eine Art Fortsetzung zu sehen mit stark geänderter Story, der könnte durchaus seinen Spaß damit haben. Mittelmäßigkeit kann hin und wieder auch unterhaltsam sein, auch wenn der Turm eine ausführlichere Umsetzung etwa in Serienform verdient hätte. Wäre mir auch lieber. An den Film bin ich halt mit der Einstellung "Hat mit Kings Werk nur den Namen und ein paar Protagonisten gemein" herangegangen anstatt zu beklagen, dass der Film sicher grauenhaft geworden ist und sich dann an Kritiken festzukrallen, die einem genau das zu bestätigen scheinen, ohne dass man sich selber ein eigenes Bild macht. Ich halt nix davon, über etwas zu schimpfen, das man nicht kennt. Das war mit ein Grund, warum ich mich gestern ins Kino gesetzt hab. Ja, das geht noch besser. Aber es war auch nicht mal ansatzweise so schlimm wie befürchtet.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Jehane » Do 17.Aug.2017 14:48

Horn-of-Eld hat geschrieben:Besonders die Oy-Anspielung war toll :herz:

Huch? Die muss mir total entgangen sein, wann und wo kam die denn vor?
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Jehane » Do 17.Aug.2017 14:54

Mano Cornuta hat geschrieben:Wenn ich bedenke wie wichtig den Fans die Nähe zum Buch bei der Verfilmung von "Herr der Ringe" war und wie gut das Ergebnis geworden ist, erschreckt mich die Reaktion der King-Fans etwas.
Es werden scheinbar Kompromisse gemacht und das Ergebnis schön geredet. Als ich schon hörte, dass Roland schwarz ist, war die Sache für mich eigentlich schon erledigt.
Ich werde mir den Film wohl nicht ansehen.
Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

Nur dass beim DT schon lange bekannt war, dass es sich um keine direkte Verfilmung handeln wird und der Film auch als Fortsetzung = neuer Zyklus vermarktet wurde/wird. Es war auch schon lange bekannt, dass manche Charaktere fehlen würden. Und es war sonnenklar, dass das Ende ein anderes sein würde. Mit dem Wissen im Hinterkopf kann der Film gut funktionieren, wenn man sich drauf einlässt anstatt drauf herumzureiten, dass es eine 1:1-Verfilmung sein muss. Das war bei Herr der Ringe übrigens auch nicht der Fall, da wurde ebenfalls viel geändert. Und was Rolands Hautfarbe mit der Qualität des Filmes zu tun haben soll, versteh ich bis heute nicht.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Horn-of-Eld » Do 17.Aug.2017 17:24

Jehane hat geschrieben:
Horn-of-Eld hat geschrieben:Besonders die Oy-Anspielung war toll :herz:

Huch? Die muss mir total entgangen sein, wann und wo kam die denn vor?

Spoiler: zeigen
In der Krankenhaus-Szene sieht Roland im Fernseher kurz einen Film mit sprechenden Waschbären. Er hat dann Jake gefragt, ob in seiner Welt die Tiere noch reden können bzw. immer noch reden können (oder so ähnlich).
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Mano Cornuta » Do 17.Aug.2017 18:50

Jehane hat geschrieben:
Mano Cornuta hat geschrieben:Wenn ich bedenke wie wichtig den Fans die Nähe zum Buch bei der Verfilmung von "Herr der Ringe" war und wie gut das Ergebnis geworden ist, erschreckt mich die Reaktion der King-Fans etwas.
Es werden scheinbar Kompromisse gemacht und das Ergebnis schön geredet. Als ich schon hörte, dass Roland schwarz ist, war die Sache für mich eigentlich schon erledigt.
Ich werde mir den Film wohl nicht ansehen.
Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

Nur dass beim DT schon lange bekannt war, dass es sich um keine direkte Verfilmung handeln wird und der Film auch als Fortsetzung = neuer Zyklus vermarktet wurde/wird. Es war auch schon lange bekannt, dass manche Charaktere fehlen würden. Und es war sonnenklar, dass das Ende ein anderes sein würde. Mit dem Wissen im Hinterkopf kann der Film gut funktionieren, wenn man sich drauf einlässt anstatt drauf herumzureiten, dass es eine 1:1-Verfilmung sein muss. Das war bei Herr der Ringe übrigens auch nicht der Fall, da wurde ebenfalls viel geändert. Und was Rolands Hautfarbe mit der Qualität des Filmes zu tun haben soll, versteh ich bis heute nicht.

Ja, das meine ich ja. Ich persönlich frage mich halt warum man einen Film macht, wo die Hauptfigur völlig anders aussieht, Personen gar nicht auftauchen und das Ende völlig anders ist. Dazu Anspielungen auf das King-Universum, die nicht erklärt werden. Eine Verfilmung eines Buches sollte meiner Meinung nach den Inhalt des Buches beinhalten. Sonst muss sich der Film halt anders nennen.
Der dunkle Turm verkommt sonst und wird total verwässert. Jeder bedient sich daran. Hier wird was zitiert, da wird was übernommen. Wie man es gerade braucht.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon allgood » Do 17.Aug.2017 21:53

Ich komme gerade aus dem Kino und meine Emotionen sind noch ziemlich frisch. Ernüchterung hauptsächlich. Und etwas Wut.
Ich erflehe eure Verzeihung, aber ich kann in keinster Weise verstehen, wie irgendjemand diesen Film gut oder ok finden kann. Schon gar nicht als jemand, der Fan der Serie ist. Ich freue mich für jeden, der anderer Meinung ist, aber mir tut's im Herzen weh. Flacher geht es doch kaum. Von dem, was den dunklen Turm zu einem fantastischen Zyklus macht, ist fast nichts vorhanden. Eine Schande! Ich werde mich in Zukunft immer von dem Film distanzieren müssen, wenn ich vom dunklen Turm als eines meiner Lieblingsbücher rede.

Jonsey und Vermis sagen es gut. Da hab ich eigentlich auch nicht mehr viel hinzuzufügen....

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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Jehane » Fr 18.Aug.2017 09:06

Mano Cornuta hat geschrieben:
Jehane hat geschrieben:
Mano Cornuta hat geschrieben:Wenn ich bedenke wie wichtig den Fans die Nähe zum Buch bei der Verfilmung von "Herr der Ringe" war und wie gut das Ergebnis geworden ist, erschreckt mich die Reaktion der King-Fans etwas.
Es werden scheinbar Kompromisse gemacht und das Ergebnis schön geredet. Als ich schon hörte, dass Roland schwarz ist, war die Sache für mich eigentlich schon erledigt.
Ich werde mir den Film wohl nicht ansehen.
Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

Nur dass beim DT schon lange bekannt war, dass es sich um keine direkte Verfilmung handeln wird und der Film auch als Fortsetzung = neuer Zyklus vermarktet wurde/wird. Es war auch schon lange bekannt, dass manche Charaktere fehlen würden. Und es war sonnenklar, dass das Ende ein anderes sein würde. Mit dem Wissen im Hinterkopf kann der Film gut funktionieren, wenn man sich drauf einlässt anstatt drauf herumzureiten, dass es eine 1:1-Verfilmung sein muss. Das war bei Herr der Ringe übrigens auch nicht der Fall, da wurde ebenfalls viel geändert. Und was Rolands Hautfarbe mit der Qualität des Filmes zu tun haben soll, versteh ich bis heute nicht.

Ja, das meine ich ja. Ich persönlich frage mich halt warum man einen Film macht, wo die Hauptfigur völlig anders aussieht, Personen gar nicht auftauchen und das Ende völlig anders ist. Dazu Anspielungen auf das King-Universum, die nicht erklärt werden. Eine Verfilmung eines Buches sollte meiner Meinung nach den Inhalt des Buches beinhalten. Sonst muss sich der Film halt anders nennen.
Der dunkle Turm verkommt sonst und wird total verwässert. Jeder bedient sich daran. Hier wird was zitiert, da wird was übernommen. Wie man es gerade braucht.

Ich kann mir das nur so erklären, dass sich die Macher gedacht haben, vielleicht auf der sicheren Seite zu sein, wenn sie sagen: Wir erzählen die letzte Drehung des Rades, es ist eine Fortsetzung der Bücher. Das ist halt insofern riskant, als man damit die Nicht-Leser verwirrt und die Leser vor den Kopf stößt. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Macher des Films relativ früh klargestellt haben, dass sie keine 1:1-Verfilmung machen und mit Versatzstücken v.a. aus Band 3 arbeiten werden. Wenn man das weiß, kann man sich recht gut drauf einstellen - oder man schaut sich den Film halt nicht an.

Ich hab mir Roland btw auch immer mehr als Clint Eastwood vorgestellt, hab aber mit Elba kein Problem, was hauptsächlich daran liegt, dass ich ihn als Schauspieler sehr mag - er hat auch dieses Wortkarge, das Roland grad anfangs auszeichnet, sehr gut rübergebracht. Wie gesagt - der Film fühlt sich an wie ein Pilot zu einer Serie, am Ende hat man das Gefühl: Da muss doch noch mehr kommen.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Jehane » Fr 18.Aug.2017 09:16

allgood hat geschrieben:Ich komme gerade aus dem Kino und meine Emotionen sind noch ziemlich frisch. Ernüchterung hauptsächlich. Und etwas Wut.
Ich erflehe eure Verzeihung, aber ich kann in keinster Weise verstehen, wie irgendjemand diesen Film gut oder ok finden kann. Schon gar nicht als jemand, der Fan der Serie ist. Ich freue mich für jeden, der anderer Meinung ist, aber mir tut's im Herzen weh. Flacher geht es doch kaum. Von dem, was den dunklen Turm zu einem fantastischen Zyklus macht, ist fast nichts vorhanden. Eine Schande! Ich werde mich in Zukunft immer von dem Film distanzieren müssen, wenn ich vom dunklen Turm als eines meiner Lieblingsbücher rede.

Geschmäcker sind halt verschieden :) Ich hatte meine Erwartungen so weit runtergeschraubt, dass mir der Film unterm Strich gefallen hat. Ob ich ihn mir noch mal anschaue oder gar auf BluRay kaufe, weiß ich nicht. Eher nicht. Ich seh ihn als völlig eigenständige Interpretation einer grandiosen Geschichte, aber nicht als direkte Umsetzung dieser Geschichte - ist er ja auch nicht.
allgood hat geschrieben:Jonsey und Vermis sagen es gut. Da hab ich eigentlich auch nicht mehr viel hinzuzufügen....

Ich mag mich irren, aber Vermis hat sich den Film doch gar nicht angesehen, oder? Bitte mich zu korrigieren, falls ich mich da täusche, aber aus den Postings hatte ich eher den Eindruck, dass er den Film nicht gesehen hat. Insofern find ich es etwas schwierig zu sagen "Da hat er Recht". Man kann ein Produkt nur beurteilen, wenn man es selber in Augenschein nimmt; die eigene Kritik auf externe Kritiken zu stützen find ich befremdlich, aber bitte. Hab ich früher auch gemacht und irgendwann abgelegt, weil ich mir gedacht hab: Du kannst nicht über etwas schimpfen (oder etwas loben), das du nicht kennst. Deswegen hab ich mir u.a. den ersten 50 Shades of Grey angetan (das Buch) - grauenhafte Leseerfahrung, aber zumindest kann ich jetzt, wenn mir wer weismachen will, das sei das größte Stück Literatur, das jemals geschrieben wurde, dem eine fundierte Kritik entgegenhalten anstatt mich auf Hörensagen zu verlassen. Aber jeder, wie er mag.
Zuletzt geändert von Jehane am Fr 18.Aug.2017 09:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Jehane » Fr 18.Aug.2017 09:18

Horn-of-Eld hat geschrieben:
Jehane hat geschrieben:
Horn-of-Eld hat geschrieben:Besonders die Oy-Anspielung war toll :herz:

Huch? Die muss mir total entgangen sein, wann und wo kam die denn vor?

Spoiler: zeigen
In der Krankenhaus-Szene sieht Roland im Fernseher kurz einen Film mit sprechenden Waschbären. Er hat dann Jake gefragt, ob in seiner Welt die Tiere noch reden können bzw. immer noch reden können (oder so ähnlich).

Ah, das - danke, hätte ich jetzt nicht direkt mit Oy in Verbindung gebracht, auch, weil ich mir den anders vorstelle, aber ja, macht Sinn :)
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Vermis » Fr 18.Aug.2017 10:24

Jehane hat geschrieben:Ich mag mich irren, aber Vermis hat sich den Film doch gar nicht angesehen, oder? Bitte mich zu korrigieren, falls ich mich da täusche, aber aus den Postings hatte ich eher den Eindruck, dass er den Film nicht gesehen hat. Insofern find ich es etwas schwierig zu sagen "Da hat er Recht".


Ich habe ihn gestern erstmals "gesehen", jedoch nicht im Kino sondern umsonst auf andere Weise. "Gesehen" in Gänsefüßchen, weil ich ehrlich gesagt nur durchgespult habe, der Film lief quasi, ich sah hin...das wars. Wie die meisten negativen Stimmen sagen, unterer Durchschnitt, aber in weniger als zwei Tagen aus dem Gedächtnis verschwunden.

Das er sagt ich hätte recht, bezieht sich wohl eher auf meine Hassreden gegen Sony und die Filmtrends von heute, die einfach nur ätzend sind. Der Film ist ein Musterbeispiel dafür.

Jehane hat geschrieben:Geschmäcker sind halt verschieden :) Ich hatte meine Erwartungen so weit runtergeschraubt, dass mir der Film unterm Strich gefallen hat. Ob ich ihn mir noch mal anschaue oder gar auf BluRay kaufe, weiß ich nicht. Eher nicht. Ich seh ihn als völlig eigenständige Interpretation einer grandiosen Geschichte, aber nicht als direkte Umsetzung dieser Geschichte - ist er ja auch nicht.


Du hast deine Erwartungen runtergeschraubt, heißt, du hast mit schlechtem gerechnet. Du denkst dir, du willst den Film nicht nochmal ansehen und gibst zu, dass er mit der Geschichte der Bücher bis auf ein paar Namen nichts zu tun hat.

Darf ich ehrlich interessiert fragen, warum du dann sagst, das du ihn magst? Ich weiß, das ich ein von Hass und Pessimismus gestraftes Individuum bin, aber wieso akzeptierst du so etwas so einfach? Wieso gibst du dich mit minderware zufrieden, statt besseres zu verlangen? (Und besseres ließe sich absolut machen, das dürfte klar sein.)
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon allgood » Fr 18.Aug.2017 11:07

Jehane hat geschrieben:
allgood hat geschrieben:Ich komme gerade aus dem Kino und meine Emotionen sind noch ziemlich frisch. Ernüchterung hauptsächlich. Und etwas Wut.
Ich erflehe eure Verzeihung, aber ich kann in keinster Weise verstehen, wie irgendjemand diesen Film gut oder ok finden kann. Schon gar nicht als jemand, der Fan der Serie ist. Ich freue mich für jeden, der anderer Meinung ist, aber mir tut's im Herzen weh. Flacher geht es doch kaum. Von dem, was den dunklen Turm zu einem fantastischen Zyklus macht, ist fast nichts vorhanden. Eine Schande! Ich werde mich in Zukunft immer von dem Film distanzieren müssen, wenn ich vom dunklen Turm als eines meiner Lieblingsbücher rede.

Geschmäcker sind halt verschieden :) Ich hatte meine Erwartungen so weit runtergeschraubt, dass mir der Film unterm Strich gefallen hat. Ob ich ihn mir noch mal anschaue oder gar auf BluRay kaufe, weiß ich nicht. Eher nicht. Ich seh ihn als völlig eigenständige Interpretation einer grandiosen Geschichte, aber nicht als direkte Umsetzung dieser Geschichte - ist er ja auch nicht.
allgood hat geschrieben:Jonsey und Vermis sagen es gut. Da hab ich eigentlich auch nicht mehr viel hinzuzufügen....

Ich mag mich irren, aber Vermis hat sich den Film doch gar nicht angesehen, oder? Bitte mich zu korrigieren, falls ich mich da täusche, aber aus den Postings hatte ich eher den Eindruck, dass er den Film nicht gesehen hat. Insofern find ich es etwas schwierig zu sagen "Da hat er Recht". Man kann ein Produkt nur beurteilen, wenn man es selber in Augenschein nimmt; die eigene Kritik auf externe Kritiken zu stützen find ich befremdlich, aber bitte. Hab ich früher auch gemacht und irgendwann abgelegt, weil ich mir gedacht hab: Du kannst nicht über etwas schimpfen (oder etwas loben), das du nicht kennst. Deswegen hab ich mir u.a. den ersten 50 Shades of Grey angetan (das Buch) - grauenhafte Leseerfahrung, aber zumindest kann ich jetzt, wenn mir wer weismachen will, das sei das größte Stück Literatur, das jemals geschrieben wurde, dem eine fundierte Kritik entgegenhalten anstatt mich auf Hörensagen zu verlassen. Aber jeder, wie er mag.



Ich habe meine Erwartungen auch runtergeschraubt, aber der Film ist sogar noch schlimmer als das. Was eine DT-Verfilmung angeht ist für mich das worst-case-Szenario eingetreten.

Du magst mich für befremdlich halten, oder besser, was ich geschrieben habe, aber ich habe das Gefühl, dass du hier eher von dir auf andere schließt. Falls du es nicht bemerkt hast, ich habe den Film sehr wohl gesehen. Ich stütze meine Kritik nicht auf das, was Vermis geschrieben hat. Ich sage lediglich, was er sagt ist richtig. Oder soll ich das alles nochmal wiederholen? Was er schreibt trifft, aus meiner Sicht, den Nagel auf den Kopf und aus genau den Gründen ist der Film auch ein Reinfall geworden.
Was du irgendwann mal falsch gemacht hast und hat nichts mit mir und meiner Kritik zu tun. Aber bitte, jeder wie er mag. :wink:
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Jehane » Fr 18.Aug.2017 11:29

Vermis hat geschrieben:
Das er sagt ich hätte recht, bezieht sich wohl eher auf meine Hassreden gegen Sony und die Filmtrends von heute, die einfach nur ätzend sind. Der Film ist ein Musterbeispiel dafür.

Bei den zig Remakes, Sequels und Prequels bin ich eh bei dir. Die nerven mich meistens auch, den Großteil lasse ich aus, mit Star Wars z.B. bin ich seit Episode VII durch - interessiert mich einfach nicht mehr. Ich hab ein Kino selten so wütend verlassen wie nach Episode VII. Möglich, dass da auch einfach die Erwartungen zu hoch waren; mit einem Storyrecycling hab ich z.B. gar nicht gerechnet und fand das einfach nur dreist, neben ein paar anderen Aspekten, die mir den Film vergällt haben.


Vermis hat geschrieben:Du hast deine Erwartungen runtergeschraubt, heißt, du hast mit schlechtem gerechnet. Du denkst dir, du willst den Film nicht nochmal ansehen und gibst zu, dass er mit der Geschichte der Bücher bis auf ein paar Namen nichts zu tun hat.

Darf ich ehrlich interessiert fragen, warum du dann sagst, das du ihn magst? Ich weiß, das ich ein von Hass und Pessimismus gestraftes Individuum bin, aber wieso akzeptierst du so etwas so einfach? Wieso gibst du dich mit minderware zufrieden, statt besseres zu verlangen? (Und besseres ließe sich absolut machen, das dürfte klar sein.)

Ich hab mit Schlechterem gerechnet, ja, hauptsächlich, weil ich die meisten King-Verfilmungen für grottig halte und 95 Minuten außerdem extrem kurz sind, um so eine komplexe Geschichte zu erzählen. Ich hab die Erwartungen auch deswegen runtergeschraubt, weil im Vorfeld bekannt war, dass die Geschichte sich nur sehr, sehr lose an den Büchern orientieren würde und dass es sich mehr oder weniger um eine Fortsetzung bzw. einen neuen Durchgang Rolands handeln würde. Wenn man das weiß, kann man anders an den Film herangehen und die Erwartungshaltung entsprechend anpassen - vorausgesetzt, man will das. Ich war mir trotzdem nicht sicher, ob es funktioniert und war überrascht, dass es (für mich) geklappt hat. Man hätte vieles besser machen können, ja, und ich finde nach wie vor, dass eine Serie das beste Format wäre, um dem Umfang der Bücher gerecht zu werden. Hab ich auch schon mehrfach betont. Ich wäre sehr dafür, HBO ranzulassen. Oder Showtime. Die können das.

Dass er mir gefallen hat, liegt neben der angepassten Erwartungshaltung hauptsächlich daran, dass ich ihn geistig komplett von den Büchern abgekoppelt habe und das für mich eine eigenständige Geschichte im DT-Universum ist, aber nicht die DT-Geschichte, die ich aus den Büchern kenne. Dieses Abkoppeln hab ich mir bei Literaturverfilmungen schon lange angewöhnt, einfach, weil es mich nervt, wenn ich während des Anschauens nur auf Fehlersuche bin. Das hat mir fast den ersten Herr der Ringe vermiest.

Und: Bücher und Filme sind unterschiedliche Medien. Ein Buch transportiert Dinge, die ein Film nicht schafft und umgekehrt. Nehmen wir das lange Gespräch zwischen Roland und Walter: Das haut im Buch super hin. In einem Film würde das zu viel Zeit in Anspruch nehmen, da brechen dir die Zuschauer - grade die Nicht-Leser - komplett weg. In einer Serie wäre es vermutlich machbar, weil man da von Haus aus mehr Zeit hat, um eine Geschichte zu erzählen (außer, die Serie wird abgesetzt).

Übrigens sind es zwei Paar Schuhe, zu sagen: "Ich will mir den Film nicht noch mal anschauen" (was ich nicht geschrieben hab) und "Ich weiß nicht, ob ich mir den Film noch mal anschaue" (was oben im Posting steht). "Ich will nicht" = "Definitiv nie wieder" - lässt sich von meiner Seite z.B. auf Episode VII von Star Wars anwenden. Einmal hat mir gereicht, nie wieder, danke. "Ich weiß nicht" = "Möglich, dass ich mir den noch mal anschaue, würde ich nicht kategorisch ausschließen". Das ist ein Unterschied.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Vermis » Fr 18.Aug.2017 13:20

Jehane hat geschrieben:Dass er mir gefallen hat, liegt neben der angepassten Erwartungshaltung hauptsächlich daran, dass ich ihn geistig komplett von den Büchern abgekoppelt habe und das für mich eine eigenständige Geschichte im DT-Universum ist, aber nicht die DT-Geschichte, die ich aus den Büchern kenne. Dieses Abkoppeln hab ich mir bei Literaturverfilmungen schon lange angewöhnt, einfach, weil es mich nervt, wenn ich während des Anschauens nur auf Fehlersuche bin. Das hat mir fast den ersten Herr der Ringe vermiest.


Okay, da kann ich dich verstehen, ich selbst schaffe das bei einigen Filmen einfach nicht das Buch vollkommen zu "verdrängen". Leider ist der Turm bei mir so ein Fall.

Jehane hat geschrieben:Und: Bücher und Filme sind unterschiedliche Medien. Ein Buch transportiert Dinge, die ein Film nicht schafft und umgekehrt. Nehmen wir das lange Gespräch zwischen Roland und Walter: Das haut im Buch super hin. In einem Film würde das zu viel Zeit in Anspruch nehmen, da brechen dir die Zuschauer - grade die Nicht-Leser - komplett weg. In einer Serie wäre es vermutlich machbar, weil man da von Haus aus mehr Zeit hat, um eine Geschichte zu erzählen (außer, die Serie wird abgesetzt).


Oder Tarantino inszesniert das Gespräch.
Aber da hast du natürlich recht, manche Dinge könnten oder sollten beim adaptieren geändert werden. ES ist ein solches Beispiel: Das Buch kam in den 80ern raus und bot für die Erwachsenen Leser einen Nostalgischen Rückblick in die Kindheit der 50er. Da diese Generation inzwischen in der Minderheit ist, weil Zeit und Tod, wird im kommenden Film die Handlung in die 80er und das Jetzt verlegt, weil das die Zeit ist, für die Jetzt die meisten Menschen Nostalgie und Erinnerungen haben. Solche Änderungen sind dann vollkommen in Ordnung, da es nichts am Gefühl der eigentliche Story ändert.

Jehane hat geschrieben:Übrigens sind es zwei Paar Schuhe, zu sagen: "Ich will mir den Film nicht noch mal anschauen" (was ich nicht geschrieben hab) und "Ich weiß nicht, ob ich mir den Film noch mal anschaue" (was oben im Posting steht). "Ich will nicht" = "Definitiv nie wieder" - lässt sich von meiner Seite z.B. auf Episode VII von Star Wars anwenden. Einmal hat mir gereicht, nie wieder, danke. "Ich weiß nicht" = "Möglich, dass ich mir den noch mal anschaue, würde ich nicht kategorisch ausschließen". Das ist ein Unterschied.


Ich wollte dir keine Worte in den Mund legen, das war einfach, wofür es sich für mich angehört hat, wenn du schreibst: "Ob ich ihn mir nochmal ansehe weiß ich nicht. Eher nicht." Tut mir leid, wenn ich mich da geirrt habe.
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Re: DT - Verfilmung

Beitragvon Kurt Barlow » Mi 23.Aug.2017 22:15

Kam vorhin aus dem Kino. Ein Freund und "Nicht-Kenner" der Bücher war dabei. Wir beide hatten gleichermaßen ein So-lala-Gefühl nach dem Ganzen.
Ich will gar nicht so viel über die Detailtreue reden. Ab einem gewissen Punkt war ja klar, dass wir keine 1:1-Umsetzung der Bücher sehen werden. Das ist einerseits schade, andererseits umgeht man mit dem "Fortsetzungs"-Ansatz auch gewisse Ansprüche und macht das Ganze auch für Fans der Bücher interessant, weil man nicht alles erwartet, das da kommen mag.
An sich wurde ich auch gut unterhalten. Die Darsteller waren gut bis sehr gut gewählt, die meisten Effekte sahen hinsichtlich des "billigen" Budgets nett aus, die Schusswechsel bombastisch, und Längen gab es auch nicht. Und das ist das Problem: selten hatte ich mir bei einem Film mehr Längen gewünscht, mehr Ruhe und Besonnenheit, ein paar längere Einstellungen hinsichtlich der Emotionen. Einfach mehr Laufzeit.

Spoiler: zeigen
Dass sich der Film bereits sämtlicher großer Einführung sträubt und ein, zwei einleitende Sätze zum Anfang zeigt, ist noch auszuhalten. Dass dann aber alles, was in den Büchern langsam und stetig aufgebaut wurde, hier in 90... 90 (!!) Minuten runtergerattert wird wie bei einem Maschinengewehr, ist für einen Nicht-Kenner kaum zu beschreiben. Man wird ins kalte Wasser geworfen, Knall auf Fall werden Wesen, Orte und ganze Universen schnell und pauschal erklärt. "Wenn der Turm stürzt, kommen die Monster rein", beschreibt Roland am Lagerfeuer ... das ist die Grundphilosphie eines Filmes, der sich viel zu wenig Zeit für seine Welt und seine Figuren nimmt und sprichwörtlich nur anteast, was da kommen könnte, wenn denn dieser Film Erfolg hat bzw. wenn Interesse daran besteht - was ist das, was Jake da im dunklen Wald anspringt? Warum genau greift ihn das Innere eines Hauses an? Was sind das für Dinger, die sich Menschenmasken aufziehen? Fragen, die man nach acht Bänden beantworten kann, aber wie fühlt sich der Nicht-Leser?


Mein Kumpel meinte wie gesagt, der Film sei solala, aber die Welt als solche wäre großartig und er hätte jetzt richtig Bock auf die Bücher. Und angesicht des bisherigen Einspielergebnisses wird es das wohl auch bleiben: ein netter Film für Kenner, die ab und an schmunzeln können (wenn man sich denn darauf einlässt), und ein Anheizer für Neulinge, den Dunklen Turm kennenzulernen. Was sich auf lange Sicht hin allerdings auf die Bücher konzentrieren wird.
Dreißig bis fünfzig Minuten und ein bisschen Selbstbewusstsein mehr, und der Film hätte ein monumentaler Neueinstieg in Rolands Welt werden können. Vielleicht hauen die Verantwortlichen ja einen "Super Extended Cut" bei DVD-Veröffentlichung raus, der dem ganzen dann gerechter wird als diese kurz angerissene Adaption.
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