14.01.2005, 17:50
SaMcee schrieb:Schnie schrieb:Ich fand das Ende perfekt! (Das richtige Ende, nicht den Teil mit dem Scharlachroten König)
Roland muss noch einmal von vorne Anfangen. Warum? Er war noch nicht reif genug! Er hätte ja gar nicht in den Turm gemusst. Der Scharlachrote König ist vernichtet und die Balken sind gerettet. Aber warum ist er dennoch rein. Ganz einfach, er war zu neugierig und eben noch nicht reif für ein anderes Ende, für einen besseren Ausgang der Geschichte. Genauso wie der Leser. Der Leser hätte auch an einer anderen Stelle mit dem lesen aufhören können. Aber er tat es nicht. Der Erzähler hat ja davon berichtet. Der einzige der Roland also in den Turm getrieben und ihn dazu verdammt hat alles noch mal von vorne zu beginnen war der neugierige Leser, der nicht dann Schluss machen konnte wann er sollte. Dieser Leser ist Rolands Verhängnis. So viel Ironie hätte ich dem „alten King“ gar nicht mehr zugetraut. Eigentlich ein geniales Ende, bei dem man mal über sich selbst nachdenken sollte.
Der Interpretation schließ ich mich zu 100 % an. Gab es jemals in der Literaturgeschichte ein genialeres Ende?
Der Leser wird am Ende mit Roland beinah' gleichgesetzt. Stephen King (was nur logisch ist, da er ja selbst ein Charakter des Romans ist) emphielt dem Leser nicht weiter zu lesen, da der WEG das ZIEL ist. Roland wurde im Grunde von den Untertanen (den Kanzlern?) vom Scharlachroten König gewarnt, dass er den Turm nicht besteigen muss! Der Scharlachrote König kann dann nicht gewinnen. Und da Roland ihn noch besiegt, hat er es eigentlich schon geschafft, da die Balken sich auch schon regenerieren. Rolands Neugier und Bessenheit vom Turm wurde bestraft, und die des Lesers doch damit im Grunde auch ...
Roland wollte bis ins oberste Zimmer, (der Turm ist ja eigentlich Gan und somit Gott) und damit sich wohl (unfreiwillig) selbst zu Gott machen, und dass konnte der Turm (Gan) nicht zulassen. Somit muss er wieder von neu beginnen, bis er schließlich begriffen hat ...
Der letzte Satz ist fast schon ein Schlag ins Gesicht des Lesers. Damit fordet King doch den Leser indirekt auf, nochmal ganz von vorne zu beginnen und beim nächsten Mal soll er an der verhängnisvollen Stelle eben nicht weiterlesen.
Also wirklich ein SUPER Ende!
Das ist auch eine gute Interpretation, der Turm ist quasi gezwungen die Zeit zurückzudrehen, um zu verhindern, dass Roland obenankommt und gottähnlich wird.
Nur eines ist nicht ganz klar: Wozu braucht Roland dieses verdammte Horn? Da fand ich meine Theorie von den vielen Stockwerken doch besser.
Ich habe aber noch eine neue völlig andere theorie anzubieten: Der Turm ist nämlich nur eine Illusion. Der WAHRE Turm ist für "normalsterbliche" nämlich unerreichbar. Das, was Roland in Endwelt bestiegen hat, war nur eine verkörperung des turms, so ähnlich wie die Rose in unserer Welt. In Wahrheit ist der oberste Stockwerk nur Gott (oder ka oder wen auch immer) zugänglich. Das erklärt auch, warum der Turm, den Roland bestiegen hat, so viele persönliche Gegenstände enthält. Mit irgendeiner Ilusion muss ja der Turm seine Stockwerke füllen.
Das problem war nur, was passiert, wenn Roland oben ankommt, und feststellt, dass das nur eine Illusion war, die er bestiegen hat. Und was macht dann der Turm? Er sperrt ihn einfach im obersten Stockwerk ein und lässt ihn im geiste dieselbe reise unzähligemale machen. Während Roland alsoscheinbar gegen den Scharlachroten König gekämpft hatte, während er unzählige Schlachten geschlagen hatte, war er doch in Wirklichkeit die ganze zeit im Turm gefangen!!!!!! Wozu der Horn dann gut sein soll, weiß ich auch nicht, aber wenigstens hat er dann keine besondere bedeutung